Die Preise für Gemüse sind im Vergleich zum Vorjahr besonders stark angestiegen. Foto: dpa
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Inflationsrate Die Verbraucherpreise steigen so schnell wie seit sieben Jahren nicht

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Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt die Inflation 2,3 Prozent. Vor allem Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Teuerungsrate.

Der aufmerksame Supermarktkunde weiß es schon lange. Und nun hat er es auch amtlich bestätigt: Das Leben in Deutschland ist wieder spürbar teurer geworden. Insgesamt lagen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Eine höhere Teuerungsrate gab es nach Angaben der Statistiker zuletzt im November 2011 mit 2,4 Prozent. Damit kletterte die Inflation auf den höchsten Stand seit fast sieben Jahren.

Von August auf September 2018 kletterten die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent. „Maßgeblich beeinflusst wurde die Inflationsrate – wie in den Vormonaten – durch den Preisanstieg bei Energieprodukten“, heißt es dazu in der Mitteilung der Behörde. Tatsächlich verteuerte sich Energie im September mit Blick auf den Vorjahresmonat um 7,7 Prozent. Vor allem für Heizöl (plus 35,6 Prozent) und Sprit (plus 13 Prozent) mussten Verbraucher im September tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. Strom ist heute knapp ein Prozent teurer als vor Jahresfrist.

Mit 2,8 Prozent zogen auch die Nahrungsmittelpreise überdurchschnittlich an. So war etwa Gemüse (+12,3 %), darunter auch Kartoffeln (+14,6 %), im vergangenen September deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im September 2018 bei +1,5 % gelegen. Bei Wohnungsmieten, die gut ein Fünftel der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen, verringerte sich der Preisauftrieb von 1,6 Prozent in den Vormonaten auf 1,5 Prozent.

Der September ist somit der fünfte Monat in Folge mit einer Zwei vor dem Komma bei der Teuerungsrate. Das gab es zuletzt Anfang 2012. Im Juli und August 2018 hatte die Teuerungsrate bei 2,0 Prozent gelegen. Für den Euroraum insgesamt strebt die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig eine Teuerungsrate knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhafte niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Die aktuell hohe Inflation hat für Sparer allerdings ebenfalls negative Auswirkungen. Viele Bankkunden die ihr Geld trotz mickriger Zinsen als Tages- oder Festgeld parken, verlieren wegen der tendenziell steigenden Inflation daher bares Geld. Weil die Verbraucherpreise seit geraumer Zeit nach oben zeigen, hat die Notenbank in Aussicht gestellt, ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Ende dieses Jahres zu beenden. Die Zinsen im Euroraum sollen aber bis mindestens „über den Sommer“ 2019 auf dem Rekordtief verharren. dpa/mum

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