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Die Mieten stiegen in Berlin weiter an - nach Ansicht von Immoscout auch in den kommenden 12 Monaten. Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
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Immoscout-Auswertung Berliner Mieten steigen schneller

Acht Prozent mehr wurden bei Neuvermietung in Berlin gefordert. Immoscout rechnet mit noch höheren Preisen. Doch problematisch werden andere Kosten.

Die Mieten steigen weiterhin deutlich - gerade in Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Angebotspreise bei Neuvermietungen bundesweit im Bestand um 4,6 Prozent, im Neubau um 7,6 Prozent verteuert, wie die Plattform Immoscout am Donnerstag mitteilte.

Berlin verzeichnete demnach im Segment der Bestands-Mietwohnungen weiterhin die höchsten Preissteigerungen. Hier zogen die Nettokaltmieten im Vorjahresvergleich um acht Prozent an, so die Studie. In Köln seien die Mieten im Bestand im selben Zeitraum um 5,9 Prozent, in Frankfurt am Main um 5,2 Prozent und in Hamburg um 4,1 Prozent gestiegen.

„Bereits vor dem drastischen Anstieg der Inflationsrate sind die Mieten insbesondere in den Großstädten deutlich gestiegen“, sagt Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24. Das Portal rechnet für die kommenden zwölf Monate auch weiterhin mit steigenden Preisen. Berliner Angebotsmieten im Bestand würden demnach voraussichtlich um sechs Prozent steigen, in Hamburg, Frankfurt am Main, München und Köln prognostizieren die Experten ein Plus von vier Prozent. Im Neubau rechnen sie mit acht Prozent in Berlin und sechs Prozent in den anderen Großstädten.

Inflation höher als die Mieten

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist die Miete zuletzt deutlich langsamer gestiegen als die Inflationsrate. So lag das Miet-Plus im Mai nach jüngsten Zahlen bei 1,7 Prozent, während die Teuerungsrate über alle Produktgruppen hinweg bei 7,9 Prozent lag. In dem hier gemessenen Wert der Mieten fließen im Unterschied zu den Zahlen von Immoscout aber alle Mietzahlungen ein, nicht nur die neuen Angebotsmieten.

Zur zunehmenden Belastung werden bei den Wohnkostensteigerungen derzeit vor allem die Energiepreise. Das sieht man auch bei Immoscout so. „Noch stärker als die Kaltmiete werden die rasant steigenden Energie- und Nebenkosten ins Gewicht fallen. Sie werden bei der anhaltenden Entwicklung zur zweiten Miete”, so Schroeter.

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Immoscout rechnet das anhand einer Bestands-Mietwohnung mit Gasheizung beispielhaft vor. Die Kosten für Heizung und Warmwasser hätten sich von Februar 2021 bis Februar 2022 um 35,7 Prozent erhöht, teilt das Plattform-Unternehmen unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes mit. Die Kosten für Strom seien in dieser Zeit um 13 Prozent gestiegen.

Vonovia bringt Mieterhöhungen ins Spiel

"In Summe müssen Mieter:innen einer typischen Wohnung mit 70 Quadratmetern rund 31 Euro pro Monat mehr für ihre Warmmiete inklusive Strom aufbringen als noch vor einem Jahr", heißt es von Immoscout. Bis Ende des Jahres drohe eine somit Mehrbelastung für Heizung, Warmwasser und Strom von rund 92 Euro pro Monat, wenn die Energiekosten weiter ansteigen. Das entspräche für diese Wohnungsgröße rund 1100 Euro Mehrkosten pro Jahr.

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Der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia, Rolf Buch, hatte erst am Mittwoch für Aufregung gesorgt, als er im Interview mit dem „Handelsblatt“ andeutete, die Mieten müssten eventuell der Entwicklung der Inflation folgen.

Die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen hat daraufhin am Donnerstag ihre freiwillige Härtefallregelung bekräftigt. „Unsere Mieterinnen und Mieter müssen sich keine Sorgen machen, dass sie sich in Folge von etwaigen Mietanpassungen ihre Wohnungen möglicherweise nicht mehr leisten können“, sagte die Co-Vorstandschefin Konstantina Kanellopoulos. Bei Mietanpassungen werden demnach die individuellen Einkommens- und Lebensverhältnisse der Betroffenen berücksichtigt. Bezahlbarkeit sei eine zentrale Eigenschaft von Wohnraum.

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