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Die Zuflucht der Rosa Parks im Hof des Palazzo Reale in Neapel. Reinhart Bünger
© Reinhart Bünger

Black lives matter Rosa Parks Zufluchtsort „Fast Zuhause“

Das Holzhaus der Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung steht vorübergehend in Neapel

Noch steht das Detroiter Haus, in dem die amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks Zuflucht fand, im Ehrenhof des Palazzo Reale in Neapel, dem Königspalast. Doch die seit Mitte September 2020 laufende Ausstellung endete vor einer Woche, mit dem Oktober. Ob das Haus nun nach Detroit zurückkehrt, wie von den italienischen Ausstellungsmachern und Eigentümer Ryan Mendoza gewünscht, ist ungewiss. Im laufenden Jahr war die Ausstellung mehrfach verlängert worden.

Rosa Parks' Nichte Rhea McCauley hatte das kleine schwarz-weiße Gebäude dem amerikanischen Künstler Ryan Mendoza gespendet, um es vor dem Abriss zu retten. Parks lebte darin bis zu ihrem Tode im Jahr 2005; danach stand es leer.

Versteigerung ohne Ergebnis

Nach erfolglosen Gesprächen mit der Stadtverwaltung von Detroit über einen Erinnerungsort hatte Mendoza das Gebäude 2016 demontiert. 2017 stellte er es zunächst mehrere Monate lang in seinem Garten in Berlin aus, in der Wriezener Straße 19 (Gesundbrunnen). Bei einer Auktion in den USA wurde 2018 kein Käufer gefunden. Das Holzhaus mit Spitzdach und zwei Stockwerken war zuvor vom New Yorker Auktionshaus Guernsey's auf bis zu drei Millionen Dollar taxiert worden.

Dass das Gebäude nun in Neapel ausgestellt wurde, ist der Morra Greco Foundation und der Region Kampanien zu verdanken. Sie erklärten in einem Statement: „Mit dem „Almost Home – The Rosa Parks House Project“ hält Ryan Mendoza die Erinnerung an Rosa Parks und all diejenigen wach, die in einem dramatischen und konfliktreichen Moment der amerikanischen Geschichte in diesem Haus lebten. Die Identität der amerikanischen Geschichte erscheint – dank der Rückkehr der Black-Lives-Matter-Bewegung – aufgrund der noch offenen Wunden einer kolonialen Vergangenheit zunehmend fragil und widersprüchlich.“

Rosas Parks (1913-2005) stand 1955 im Bus nicht auf, als ein Weißer sie dazu aufforderte. Mit ihrer Verhaftung begann die schwarze Bürgerrechtsbewegung. Foto: REUTERS/William Philpott Vergrößern
Rosas Parks (1913-2005) stand 1955 im Bus nicht auf, als ein Weißer sie dazu aufforderte. Mit ihrer Verhaftung begann die schwarze Bürgerrechtsbewegung. © REUTERS/William Philpott

Rosa Parks ist eine der Ikonen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Als sich die Näherin Ende 1955 weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen Weißen zu räumen, löste sie damit eine der größten und erfolgreichsten Boykott-Aktionen in der US-amerikanischen Geschichte aus. Über ein Jahr lang nahm kein Schwarzer mehr in den Bussen der Stadt Montgomery (Bundesstaat Alabama) Platz. Dort galt in den 1950er Jahren die politische Praxis der Rassentrennung: Es gab öffentliche Bereiche, die allein Weißen vorbehalten waren. Parks wurde damals verhaftet; der Busfahrer hatte die Polizei gerufen.

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