Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Betroffene Gewerkschaftsmitglieder können von ihrer Organisation bis zu 1500 Euro Hilfe bekommen. Foto: dpa
© dpa

Hilfe für Hochwasseropfer Gewerkschafter helfen Gewerkschaftern

Der DGB stellt ein paar hunderttausend Euro zur Verfügung. Bis zu 1500 Euro je Gewerkschaftsmitglied.

Die „Herzkammer“ der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) liegt im Westen. BASF und Bayer sind hier ansässig, es gibt Kraftwerke und Braunkohletagebaue und viele IG-BCE-Mitglieder. Die Gewerkschaft stellt 300 000 Euro stellt die Gewerkschaft bereit für die Opfer des Hochwassers und hat dazu einen Fonds aufgelegt, „um in Not geratenen Kolleginnen und Kollegen unbürokratisch erste finanzielle Hilfe anbieten“ zu können. Wer in den Krisenregionen lebt, „und fundamental durch die Katastrophe getroffen wurde“, kann sich an den zuständigen IG-BCE-Bezirk wenden und Unterstützung beantragen. Die Höhe der Hilfe hängt ab von der Betroffenheit und der Höhe des Gewerkschaftsbeitrags, der bei den meisten deutschen Gewerkschaften ein Prozent des Bruttogehalts beträgt. IG-BCE-Mitglieder können mit 1000 bis 5000 Euro rechnen.

Allein die IG BCE zahlt 300 000

Die IG BCE ist mit gut 600 000 Mitgliedern die drittgrößte DGB-Gewerkschaft nach der IG Metall (2,2 Millionen Mitglieder) und Verdi (1,9 Millionen). Alles in allem gehören acht Einzelgewerkschaften mit 5,8 Millionen Personen zum DGB, der in diesen Tagen das Selbstverständnis der Gewerkschaftsbewegung betont: „Jetzt heißt es Solidarität zu zeigen, um die Folgen dieser Katastrophe abzumildern. Jetzt müssen wir zusammenhalten und unterstützen, damit die betroffenen Menschen und Regionen eine Perspektive bekommen.“

Der DGB ruft zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe auf bei der NordLB (IBAN DE55 2505 0000 0152 0114 90) unter dem Stichwort „Fluthilfe“. Der Dachverband selbst zahlt 100 000 Euro ein, die IG BCE, Verdi und die IG Metall sind mit jeweils 50 000 Euro dabei.

Soforthilfe bei Verdi bis zu 1500 Euro

Ähnlich wie die IG BCE und Verdi hat auch die IG Metall eine Soforthilfe für Mitglieder eingerichtet: Es gibt 500 Euro aus der Gewerkschaftskasse bei einer nachgewiesenen Sachschadenshöhe von mehr als 5000 Euro; 750 Euro, wenn der Schaden höher ist als 10 000 Euro und 1000 Euro bei einem nachgewiesenen Schaden von mehr als 20 000 Euro. „Wenn in Ausnahmefällen die Schadenshöhe nicht durch Belege nachgewiesen werden kann, reicht eine eidesstattliche Erklärung in Kombination mit einer Bestätigung der Gemeinde/Stadt über die Naturkatastrophe und Fotos“, teilt die IG Metall dazu mit.

Die individuelle Soforthilfe der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi liegt etwas über dem Niveau der IG Metall. Bei einer Schadenshöhe zwischen 5000 und 10 000 Euro zahlt Verdi dem Gewerkschaftsmitglied 750 Euro; 1000 Euro bekommen Betroffene mit einer Schadenshöhe bis 20 000 Euro und 1500 Euro gibt es für Verdi-Mitglieder mit einem Schaden mehr als 20 000 Euro. „In einer solchen Notsituation muss sich die Solidarität von Gewerkschaftern für Gewerkschafter beweisen“, sagt Verdi-Chef Frank Werneke. Wie hoch die Summe der Hilfen insgesamt veranschlagt wird, wissen weder IG Metall noch Verdi zu sagen.

Die IG BAU peilt noch die Lage

Und schon gar nicht die IG BAU. Die gut 230 000 Beschäftigte in der Bau- und Landwirtschaft organisierende Gewerkschaft verschafft sich derzeit noch ein Bild über die Betroffenheit unter ihren Mitgliedern und will anschließend über Hilfsmaßnahmen beschließen.

Auch der Beamtenbund spendet

Die mit gut 190 000 Mitglieder eher kleine Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hat ebenso wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW, 280 000 Mitglieder) einen fünfstelligen Betrag auf das DGB-Konto des Vereins „Gewerkschaften helfen“ gezahlt und ruft ihre Mitglieder zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe auf. Den Spendenbetrag werde man unter Umständen aufstocken, hieß es am Dienstag.
Die genaue Höhe teilt die NGG ebenso wenig mit wie der Beamtenbund dbb. Gut 1,3 Millionen Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst vertritt der dbb, der nach eigenen Angaben<TH>einen fünfstelligen Betrag gespendet hat. „Wie bei vorherigen Naturkatastrophen auch“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die genaue Höhe wolle man nicht kommunizieren, um den Anschein einer PR-Aktion zu vermeiden.

Zur Startseite