Herbert Diess, ist seit 2018 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, dem größten Autobauer der Welt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Exklusiv Herbert Diess befürwortet schärfere Klimaziele VW-Chef fordert Bekenntnis der Autobranche zum Green Deal

Ein höherer CO2-Preis, die Abschaffung des Dieselprivilegs, schärfere Grenzwerte, E-Mobilität statt Technologieoffenheit. Herbert Diess mischt die eigene Branche auf. Er sagt: „Wir können den Status Quo nicht aufrecht erhalten.“

Der VW-Konzern fordert ein klares Bekenntnis der Automobilbranche zu den schärferen Klimazielen in der Europäischen Union. „Es ist besser, wir gestalten den Wandel jetzt mit, als einer Entwicklung hinterherzulaufen“, sagte Vorstandschef Herbert Diess dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“. „Wir stehen zu den EU-Flottenzielen und dem Green Deal“, fügte Diess hinzu. Der Verkehrssektor sei maßgeblich für die CO2-Reduzierung. „Wir können den Status Quo nicht aufrecht erhalten“, mahnte der VW-Vorstandsvorsitzende. 

Viele Industrieverbände verteidigten den Status, weil sie Interessen verträten. „Als Verantwortliche müssen wir jedoch prüfen, was in der Umwelt in den nächsten 20 oder 30 Jahren passiert.“ Ein festes Ausstiegsdatum für den Verbrennungsmotor hält Diess für unnötig: „Die schärferen CO2-Grenzwerte führen zwangsläufig zu einem Ende des Verbrennungsmotors.“ Benziner und Diesel würden teurer, Elektroautos billiger. „Spätestens ab 2026 ist das E-Auto das bessere Konzept - ökologisch und ökonomisch“, sagte Diess. Der VW-Chef plädierte erneut für eine Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Kfz-Steuer und einen höheren CO2-Preis von etwa 100 Euro

Volkswagen steht mit seinem Bekenntnis zum Green Deal im Konflikt mit den Wettbewerbern und großen Zulieferern. Die Spitze des Automobilverbands VDA will dem Vernehmen nach am Mittwoch auf einer Vorstandssitzung versuchen, eine gemeinsame Position zu dem Thema zu finden. Hersteller und Zulieferer wollten in einem Papier die neuen Klimavorgaben der EU grundsätzlich akzeptieren, heißt es. 

Herbert Diess räumte ein, der VW-Konzern werde die CO2-Grenzwerte für 2020 wahrscheinlich nicht schaffen. „Es wird sehr knapp“, sagte er „Tagesspiegel Background“. „Wir haben unsere Absatzziele bei den Elektrofahrzeugen bisher nicht in dem Maße erreicht, in dem wir uns das vorgenommen hatten.“

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