Das langsame Tempo beim Ausbau von Stromtrassen, Wind- und Solarparks bereitet der Energiebranche Sorge. Foto: Marcus Brandt/dpa
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Energieversorgung RWE warnt vor Strom-Abhängigkeit vom Ausland

Christian Schaudwet

Der Ausbau von Wind-, Solar- und Gaskraftwerken läuft nach Einschätzung von RWE zu langsam. Deutschland könnte von Stromimporten abhängig werden.

Der Energiekonzern RWE sieht angesichts des Atom- und Kohleausstiegs die künftige Versorgungssicherheit bei Strom in Gefahr. RWE-Finanzvorstand Markus Krebber sagte im Gespräch mit dem Entscheider-Briefing Tagesspiegel Background Energie & Klima: „Noch sind wir Netto-Stromexporteur, aber wenn wir in ein System ausschließlich mit Erneuerbaren und den bestehenden Gaskraftwerken hineinlaufen und wenn sonst nichts in Sachen Versorgungssicherheit passiert, werden wir Hilfe aus dem Ausland brauchen. In allen Szenarien, in denen Deutschland nichts für die Versorgungssicherheit tut, würden wir uns vom Ausland abhängig machen.“

Wegen seiner geografischen Lage mitten in Europa könne Deutschland sich durch ausländische Quellen absichern. Aber das sei auf Dauer keine Lösung.

Der RWE-Finanzvorstand betrachtet die komplizierten Genehmigungsprozesse für neue Energie- Infrastrukturen als ernsthaftes Risiko: „Da sehe ich ein riesengroßes Thema auf Deutschland zukommen“, sagte Krebber. „Selbst bei Infrastrukturen, die wirklich gewollt werden, braucht es teils fünf bis acht Jahre, bis man Klarheit hat, ob man bauen kann.“ Er sprach sich für eine Verkürzung der Genehmigungs- und Gerichtsprozesse aus.

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