An der Leine. Wer in Berlin schnell laden will, wie auf diesem Agenturfoto, muss lange nach einer Säule suchen. Foto: dpa
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Elektromobilität VW bringt 2000 E-Autos nach Berlin

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Der Volkswagen-Konzern startet 2019 in Berlin ein elektrisches Carsharing. Der Bundesverkehrsminister will indes kommunale Diesel nachrüsten.

Der Autohersteller VW steigt im kommenden Jahr in Berlin mit 2000 elektrischen Fahrzeugen ins Carsharing ein. Der Dienst „We Share“ soll im zweiten Quartal 2019 verfügbar sein. Der Berliner Carsharing-Markt mit aktuell rund 3000 Fahrzeugen würde massiv wachsen. Auch die Zahl der Elektroautos in der Hauptstadt würde sich fast verdoppeln.

In Abstimmung mit dem Senat und Partnern aus der Energiebranche habe man sich auf die Nutzung und den Ausbau der lückenhaften Ladeinfrastruktur verständigt, erklärte VW. Details nannte das Unternehmen noch nicht. Berlin sei ein idealer Markt mit großem Potenzial, der einen weiteren Anbieter vertrage, sagte der Vertriebschef der Marke VW, Jürgen Stackmann, am Donnerstag in Berlin.

Umstritten ist, ob das stationsungebundene Teilen von Autos, die nach der Nutzung im Stadtgebiet abgestellt werden, den städtischen Verkehr tatsächlich entlastet. Dominiert wird das Carsharing bislang von Daimler und BMW, die ihre Marken Car2Go und Drive-Now mit zusammen 2500 Fahrzeugen in Berlin fusionieren wollen, um profitabel zu werden.

Antwort auf den Dieselskandal

VW, die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns, investiert Milliarden in die Elektromobilität – nicht zuletzt als Antwort auf den Dieselskandal, der den Konzern bis heute fast 30 Milliarden Euro gekostet hat. VW kündigte am Donnerstag außerdem an, bis 2025 rund 3,5 Milliarden Euro in die Digitalisierung zu investieren. In der politischen Diskussion um eine Hardware-Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge, die die Autoindustrie ablehnt, machte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Donnerstag einen überraschenden Vorstoß: Der Umbau städtischer Fahrzeuge soll gefördert werden.

„Kommunale Fahrzeuge sind rund um die Uhr in den Städten unterwegs. Hier macht eine Hardware-Nachrüstung wirklich Sinn“, sagte Scheuer. Sie sei technisch ausgereift und in den meist größeren Müllwagen, Bussen und Fahrzeugen der Stadtreinigung sei für den Umbau genug Raum vorhanden. Sein Ministerium erarbeite derzeit eine Förderrichtlinie. Bei den Kommunen sind rund 75000 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen angemeldet, davon kommen laut Scheuer mindestens 20000 Wagen für eine technische Nachrüstung infrage. Von den geschätzten Kosten zwischen je 15.000 und 20.000 Euro sollten 40 bis 60 Prozent gefördert werden. Scheuer bekräftigte, dass er die technische Nachrüstung von Diesel-Pkw, die Umweltverbände, Grüne und das Bundesumweltministerium fordern, weiter ablehnt.

Städte und Kommunen bemühen sich, die Stickoxidbelastung zu reduzieren, um Fahrverbote zu vermeiden. Berlin weitete am Donnerstag die Tempo-30-Zonen aus. In Stuttgart, wo es ab 1. Januar 2019 ein Fahrverbot für Diesel der Euro-Abgasnorm 4 und schlechter geben wird, legte ein Bußgeld von 80 Euro für Verstöße fest.

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