Mehr als nur Zocken: Senioren nutzen das Netz vor allem für familiäre Kommunikation.   Foto: dpa
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Digitale Kompetenz Senioren unsicher beim Surfen

Einer Studie zufolge trauen sich über 65-Jährige selten ins Netz. Dabei ermöglicht gerade das Internet Senioren die Möglichkeit zur Unabhängigkeit.

Sie haben die Einführung des Farbfernsehens, Faxgeräts, Internets, der Mobiltelefone, Smartphones und Tablets erlebt. Viel Veränderung für die Generation Ü70 – für manche offenbar zu viel. In Sachen digitale Kompetenzen fühlen sich viele Deutsche im Rentenalter abgehängt. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor, für die rund 1000 Personen über 14 Jahren befragt wurden.

Demnach bescheinigten sich 89 Prozent der Generation der 14- bis 29-Jährigen eher gute bis sehr gute Kenntnisse im Bereich digitaler Technologien, Anwendungen und Gefahren. Bei den 60- bis 69-Jährigen fühlt sich dagegen nur noch jeder Zweite sicher im Umgang mit dem Internet, bei den über 70-Jährigen sind es nur 36 Prozent. In Deutschland nutzen noch immer rund zehn Millionen Menschen das Internet nicht. Die Gruppe der „Offliner“ besteht zu 75 Prozent aus über 65-Jährigen.

Kommunen in der Pflicht

Die Autoren der Studie betonen jedoch die Relevanz von digitalen Angeboten für Senioren. „Auch die ältere Generation benötigt digitale Kompetenzen, um sich im Alltag selbstständig zurechtzufinden und möglichst lange autonom in der vertrauten Umgebung zu bleiben“, sagte Brigitte Mohr, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. So könnten Senioren über das Internet Gegenstände des täglichen Lebens bequem nach Hause bestellen und mit Freunden und Familie kommunizieren. Rund 70 Prozent der befragten Senioren gaben an, dass sie familiäre Kommunikation und Versorgung zum Erwerb digitaler Kompetenzen motiviert hätten. Das Thema Nachrichten und Mobilität hätte jeden Zweiten angespornt, im Netz aktiv zu werden. Nur 30 Prozent gaben an, dass sie ihre Finanzen motiviert hätten, sich mit dem Internet zu beschäftigen.

Brigitte Mohr forderte die Kommunen auf, Assistenzinfrastrukturen für Senioren aufzubauen und bestehende stärker zu unterstützen. „Niedrigschwellige Angebote auf dem Land und in der Stadt, die die Menschen dort abholen, wo sie stehen, müssen deutlich ausgebaut werden.“ Deutschland hinke hier Ländern wie Estland, Israel, Österreich oder Schweden deutlich hinterher.

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