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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn: Richard Lutz. Foto: Michael Kappeler/dpa
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DB spart in Coronavirus-Krise Gehalt von Bahn-Chef Richard Lutz könnte sich halbieren

Wegen der zu erwartenden Milliardenverluste in der Coronavirus-Krise soll die Deutsche Bahn sparen. Einen Teil muss auch die Spitze des Staatskonzerns leisten.

Leere Züge, hohe Kosten – auf bis zu 13,5 Milliarden Euro könnten sich die Coronavirus-Schäden bei der Deutschen Bahn summieren. Der Staatskonzern soll deshalb die Hälfte dieser Summe als zusätzliche Kapitalhilfe aus der Steuerkasse erhalten, die andere Hälfte durch Sparmaßnahmen selbst aufbringen. Ein sehr kleiner Teil davon: der Verzicht der DB-Spitze auf ihre Erfolgsbeteiligungen.

Das Einkommen von Bahn-Chef Richard Lutz könnte sich mehr als halbieren, je nachdem, welche Kürzungen der DB-Aufsichtsrat am Freitag beschließt. Sein festes Gehalt für 2019 betrug 900.000 Euro. Hinzukommen sollten 800.000 Euro kurzfristige und 167.000 langfristige variable Vergütungen, die nun teils oder ganz wegfallen könnten. Weitere 282.000 Euro zahlt der Konzern für die Altersvorsorge von Lutz in die Pensionsrückstellungen.

Das Grundgehalt von DB-Vize Ronald Pofalla beträgt 650.000 Euro pro Jahr, dazu kommen 565.000 Euro kurzfristige Vergütung, auf die der Ex-Politiker nun wohl für zumindest ein Jahr verzichten muss. Verkehrsvorstand Berthold Huber hat ebenfalls ein Fixgehalt von 650.000 Euro. Seine Boni wären mit 266.000 Euro ohnehin um fast 300.000 Euro geringer ausgefallen.

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Grund: die Berater-Affäre. Huber hatte einen der fragwürdigen Verträge ohne Genehmigung des Aufsichtsrats unterzeichnet, weshalb als Sanktion seine Erfolgsbeteiligung gekürzt wurde. Huber erhält mit 529.000 Euro die mit Abstand höchste Einzahlung in die Altersvorsorge.
Personalvorstand Martin Seiler und die Technik- und Digitalisierungsexpertin Sabina Jeschke trifft die geplante Kürzung bei der Deutschen Bahn schmerzhafter, mit den kurzfristigen Boni fiele fast der gleiche Betrag wie ihr Festgehalt von 400.000 Euro weg.

Dagegen hat Alexander Doll sein Schmerzensgeld schon auf dem Konto. Der Ex-Finanzvorstand, der sich mit Lutz und Pofalla wegen der strategischen Ausrichtung und des gescheiterten Verkaufs der britischen DB-Tochter Arriva überworfen hatte, bekam seinen unfreiwilligen und vorzeitigen Abgang Ende 2019 mit knapp 1,5 Millionen Euro Abfindung versüßt.

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