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Signal und Telegram gehören zu den bekannteren Messenger-Alternativen. Foto: imagao / photothek.de / Florian Gärtner
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Bei Google, Facebook und Co. 10 Tipps, wie Sie Ihre Daten besser schützen können

Viola Heeger

Die eigenen Daten zu schützen, das ist den meisten Deutschen wichtig. Nur wie gelingt das? Datenschutzexpertin und Netzaktivistin Katharina Nocun gibt Tipps.

Katharina Nocun hat für ihr Buch „Die Daten, die ich rief“ untersucht, was Facebook, Google & Co über sie speichern. Daraus hat sie zehn Punkte abgeleitet, wie Verbraucher ihre Daten besser schützen können.

1. Seien Sie geizig mit Ihren Daten
Nicht jeder Anbieter muss all Ihre Daten kennen: Im Netz werden aber oft mehr Daten abgefragt, als eigentlich nötig. Muss der Online-Shop ihren Geburtstag kennen, damit Sie dort einkaufen können? Nein. Füllen Sie nicht jedes Feld aus, bleiben Sie kritisch und fragen Sie nach, wozu denn eigentlich Ihre Telefonnummer gebraucht wird, wenn Sie sowieso nicht angerufen werden wollen.

2. Lassen Sie sich nicht verführen
Um an Ihre Daten zu kommen, locken Unternehmen oft mit verheißungsvollen Rabatten, sobald Sie nur genug Punkte gesammelt haben. Seien Sie sich jedoch im Klaren darüber, dass hier Ihr gesamtes Konsumverhalten für oft sehr geringfügige Rabatte eingetauscht wird. An diesem Geschäft verdienen Sie meist langfristig nichts. Oft kaufen Nutzer:innen dadurch sogar mehr, als beabsichtigt.

3. Vergleichen Sie Angebote
Jede AGB und alle Datenschutzhinweise zu lesen frisst im Alltag zu viel Zeit. Doch wenn Sie sich eine neue App zulegen, lohnt es sich oft, sie mit Alternativen zu vergleichen. Welcher Fitnesstracker schneidet besonders gut ab? Und welcher gibt meine Daten an Dritte weiter? Gute Adressen, um diese Fragen zu beantworten, sind auch die Stiftung Warentest oder der Verbraucherzentrale Bundesverband.

[Lesen Sie hier einen Selbstversuch: Eine Woche ohne Google.]

4. Fangen Sie beim Datenschutz an
Wenn Sie sich ein neues Gerät zulegen, eine neue App installieren oder einem sozialen Netzwerk beitreten, gehen Sie gleich am Anfang die Datenschutzeinstellungen durch. Zwar sind Anwendungen wie Facebook oder Google "datenschutzfeindlich by Design", doch manchmal lässt sich in den Einstellungen noch ein Stück mehr Privatsphäre erstreiten.

5. Decken Sie Ihre Webcam ab
Wenn Fremdnutzer:innen auf Ihren Computer zugreifen, ist das selbstverständlich illegal - aber technisch möglich ist es. Daher: Legen Sie sich eine Abdeckung für Ihre Webcam zu. Das beruhigt auch, wenn sich Cyberkriminelle mit der Botschaft melden, sie hätten Aufnahmen von Ihnen vorliegen.

6. Digitaler Frühjahrsputz
Setzen Sie sich einmal im Jahr hin und misten Sie gnadenlos aus. Über das Jahr verteilt melden wir uns bei vielen Portalen und Online-Shops an, laden zahllose Apps herunter und verteilen unsere Daten großzügig im Netz. Viele dieser Anbieter haben keine Löschfristen und speichern Ihre Daten auch wenn Sie den Dienst seit Jahren nicht benutzt haben. Löschen Sie alte Kundenkonten, Profile und Webseiten, die Sie nicht mehr brauchen. Peinliche Jugendsünden, die über Sie im Netz kursieren, löschen Sie am besten gleich mit.

7. Nutzen Sie Alternativen
Nein, Sie müssen Google nicht für immer abschwören. Aber überlegen Sie sich sorgfältig, wann Sie welche Dienste nutzen: Suchen Sie nach einem Kochrezept? Oder nach Nebenwirkungen für ein Medikament? Chatten sie mit ihren Freunden über den neusten Kinofilm? Oder tauschen Sie sich über sehr private Themen aus? Sobald es um sensible Daten geht, sollten Sie auf datenschonende Alternativen ausweichen.

8. Verwalten Sie Ihre Identitäten
Nachdem Sie in Schritt (4) schon die Datenschutzeinstellungen ihrer Social-Media-Kanäle angepasst haben, geht es jetzt darum, was Sie auf sozialen Medien von sich zeigen. Folgen Ihnen neben Ihren Freund:innen auch entfernte Verwandte und die Chefin, lohnt es sich, die eigenen Inhalte einzuschränken. Oder würden Sie die Schnappschüsse aus dem Urlaub auch im Büro herumreichen?

9. Schützen Sie sich - auch am Arbeitsplatz
Die Werkzeuge, mit denen Arbeitgeber ihre Angestellten überwachen können, werden immer ausgefeilter. Das Surfverhalten am Arbeitscomputer zu überwachen, ist technisch nicht schwer. Informieren Sie sich über Ihr Recht auf Datenschutz am Arbeitsplatz und wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft.

10. Nicht alles hinnehmen
Lassen Sie sich nicht alles gefallen! Wehren Sie sich gegen mangelnden Datenschutz. Keine Sorge, dabei müssen Sie nicht allein gegen Großkonzerne vor Gericht ziehen. Eine Beschwerde bei Aufsichtsbehörden oder Verbraucherschützern reicht oft schon. Damit helfen Sie auch anderen. Überstützung finden Sie bei den Datenschutzbeauftragten der Länder oder den Verbraucherzentralen.

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