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Ein ICE von der Deutschen Bahn in voller Fahrt Foto: Julian Stratenschulte / dpa
© Julian Stratenschulte / dpa

Bahn setzt weniger Fernzüge ein ICE-1-Flotte steht bis mindestens Ende April

Ein Fünftel der Hochgeschwindigkeitszüge werden aus dem Verkehr gezogen. Denn es gibt immer weniger Fahrgäste.

Die Deutsche Bahn AG schränkt wegen der Corona-Krise nun auch im Inland ihr Fernzug-Angebot sehr deutlich ein und legt ein Fünftel ihrer Hochgeschwindigkeitszüge vorläufig still. Die gesamte ICE-1-Flotte soll in den nächsten Tagen aus dem Verkehr gezogen werden.

Die ersten der insgesamt 58 rotweißen Züge werden bereits auf Abstellgleise gefahren. Dort sollen sie laut Tagesspiegel-Informationen aus Unternehmenskreisen bis mindestens Ende April stehen bleiben. Eine entsprechende Mitteilung war intern im Unternehmen verbreitet worden.

Die DB sei mit den Behörden in ständigem Austausch, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Man werde weiterhin eine stabile Grundversorgung aufrechterhalten. Das Abstellen der ICE-1-Züge wollte er nicht bestätigen. Die DB beobachte das Fahrgastverhalten täglich und passe das Angebot gezielt an.                    

Bereits vorige Woche hatte die Lokführergewerkschaft GDL gefordert, das Angebot auch zum Schutz der Beschäftigten deutlich auf das unbedingt notwendige Maß zu verringern. Der Staatskonzern fährt nach eigenen Angaben derzeit noch 75 Prozent der Verbindungen im Fern- wie Regionalverkehr.

Hintergrund über das Coronavirus:

Der internationale Verkehr ist sind schon einiger Zeit unterbrochen, die Züge enden an den Grenzen. Die teilbaren ICE 2 und ICE 3 sind teils nur noch mit halber Länge unterwegs, Sprinterzüge entfallen. 

Manche Fernzüge fast leer unterwegs 

Durch die verschärften Ausgangs- und Reisebeschränkungen fahren manche Fernzüge fast nur noch heiße Luft durch die Gegend. Passagiere berichten, dass zum Beispiel am Wochenende in sonst gut belegten Großabteilen überhaupt niemand mehr saß. An manchen Bahnhöfen werden demnach die Türen gar nicht mehr geöffnet, weil niemand ein- oder aussteigt.

Verbindungen zu einigen Urlaubsregionen wie Sylt, Rügen und Oberstdorf sind wegen der massiven Restriktionen für Reisende inzwischen gestrichen worden. Man sei mit den Behörden in ständigem Austausch und passe das Angebot gezielt an, erklärte ein DB-Sprecher.

Die ICE-Flotte besteht aus fast 300 Fahrzeugen, voriges Jahr wurden die Fernzüge (inklusive Intercity) von 151 Millionen Kunden genutzt. Bis 2030 sollen es 260 Millionen pro Jahr sein.  Der Staatskonzern hat im Personen- und Fernverkehr bisher eine breite Grundversorgung mit Mobilität gesichert, während private Konkurrenten wie Flixbus und Flixtrain ihr Angebot schon vor Wochen komplett eingestellt haben.

Auch DB-Chef Richard Lutz musste sich als Verdachtsfall zur Vorsicht zeitweise in häusliche Quarantäne begeben, weil sich ein enger Mitarbeiter mit dem Virus angesteckt hatte. Die Bilanz veröffentlichte der Staatskonzernvorige Woche erstmals ohne Pressekonferenz, der Aufsichtsrat tagte per Videoschaltung. 

Lutz nach Quarantäne wieder im Büro

Nach Tagesspiegel-Informationen wird Lutz an diesem Dienstag wieder in sein Büro hoch oben im Bahn-Tower am Potsdamer Platz zurückkehren. Bei der DB AG mit ihren rund 200.000 Mitarbeiter allein in Deutschland wurden bis Montag 226 Corona-Erkrankungen registriert, wie aus internen Mitteilungen hervorgeht. Bereits Mitte voriger Woche waren mehr als 1300 Verdachtsfälle erfasst worden.

Die Pause für die ICE-Flotte und das verringerte Angebot will der Konzern zu verstärkten Reparaturen und Modernisierungen nutzen. In den DB-Werken herrscht weiter Hochbetrieb, nicht zuletzt, weil der neue ICE 4 von Siemens immer noch Probleme mit Türsteuerungen und Bremsen hat. Der ICE 1 ist der älteste Hochgeschwindigkeitszug der DB und seit fast 30 Jahren im Einsatz.

Im Schnitt haben diese Züge rund 13 Millionen Kilometer auf dem Tacho, gelten aber bei Lokführern noch immer als zuverlässigstes Fahrzeug. Die ICE 1 sollen noch einige Jahre weiterfahren, ihre Länge von bisher rund 360 Metern wird aber auf neun Wagen verringert.

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