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Im Juli sank die Zahl der Arbeitslosen überraschend. Vor allem in Brandenburg werden viele Fachkräfte gesucht. Oliver Berg/dpa
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43.000 freie Stellen im Juli Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg erholt sich von Corona

Bundesweit sinkt die Arbeitslosigkeit, in der Hauptstadtregion steigt sie deutlich langsamer als sonst im Sommer. Der positive Trend könnte aber jäh enden.

Normalerweise bringt der Juli höhere Arbeitslosenzahlen: Die beginnende Urlaubszeit, die Schulabsolventen, die auf einen Ausbildungsplatz warten und weitere Faktoren lassen die Arbeitslosigkeit steigen. In der Corona-Pandemie ist alles anders: Erstmals seit 15 Jahren sank im Juli 2021 die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juni – die Bundesagentur für Arbeit zählte 24.000 Männer und Frauen weniger als im Juni und 320.000 weniger als im Juli 2020. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,6 Prozent.

Grund für die ungewöhnliche Entwicklung im Sommer ist ein Aufholprozess, der schon Monate vorher begonnen hat. Vor allem in der Gastronomie, im Handel und vielen Dienstleistungsbetrieben können die Menschen dank gesunkener Corona-Infektionszahlen wieder ihrer Arbeit nachgehen. Dieser Effekt überdecke die sonst vorherrschenden saisonalen Muster sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele.

Impfkampagne wichtig für Arbeitsmarkt

Doch auch er weiß, wie fragil die Wirtschaft sein kann, wenn die Corona-Zahlen wieder steigen sollten. Die Situation im Herbst werde sicher anders sein als im Vorjahr, es könne aber durchaus noch einmal zu Einschränkungen kommen. Deshalb ruft er alle, die noch keine Corona-Impfung erhalten haben, vehement dazu auf. Derzeit halte das Wachstum an Beschäftigung noch an. Die Zahl der offenen Stellen sei praktisch wieder auf dem Niveau von 2019. Allerdings: Hätte es die Corona-Krise nicht gegeben, hätte es vermutlich in den vergangenen 18 Monaten einen Aufbau um eine halbe Million Arbeitsplätze gegeben.

Allerdings sanken die Anzeigen für Kurzarbeit nicht. Kurzarbeit wurde in der Hochphase der Corona-Pandemie als Mittel zur Überbrückung auf dem Arbeitsmarkt stark in Anspruch genommen, um Personal nicht entlassen zu müssen. Zwischen dem 1. und dem 25. Juli gingen bei der Bundesagentur noch Anzeigen für Kurzarbeit für 75.000 Personen ein. Dies sei aber nicht mehr ausschließlich pandemiegetrieben, sagte Scheele. Die Juli-Anzeigen kämen überwiegend aus der Autoindustrie und von deren Zulieferern. Die Gründe könnten etwa Lieferengpässe oder Probleme mit der Transformation hin zu neuen Technologien sein.

Berlin und Brandenburg mit nur leicht höherer Arbeitslosigkeit

In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 200.807. Das Plus war allerdings geringer als angenommen und geringer als üblich im Juli. Mit 77.878 ist die Tendenz in Brandenburg ähnlich. Dass die Konjunktur aber auch hier deutlich anzieht, ist an der Zahl der freien Stellen zu erkennen. In Berlin wurden in diesem Monat 19.087 freie Stellen gemeldet, 1128 mehr als im Juni.

In Brandenburg sind sogar 24.349 Jobs zu besetzen gewesen. Ein Zuwachs von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Ich rechne fest damit, dass sich die Erholung am Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten fortsetzt“, sagte Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. (dpa/mum)

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