Im zweiten Quartal gab es bundesweit rund 1,39 Millionen offene Stellen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mitteilte. Foto: FOTOLIA
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1,4 Millionen offene Stellen Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt trotz Konjunkturflaute hoch

Obwohl die deutsche Wirtschaft stagniert, steigt der Bedarf an neuen Arbeitskräften: Laut IAB-Forschern gibt es aktuell 175.000 Stellen mehr als vor einem Jahr.

Trotz Konjunkturflaute bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland hoch - die Dringlichkeit, offene Stellen zu besetzen, hat aber nach Angaben von Arbeitsmarktexperten leicht abgenommen. Im zweiten Quartal von April bis Juni gab es bundesweit rund 1,39 Millionen offene Stellen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte.

Das waren 9000 Stellen mehr als im ersten Quartal - und 175.000 mehr als im Frühjahr 2018. "Der steigende Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geht einher mit einer weiterhin hohen Personalnachfrage", erläuterte IAB-Forscher Alexander Kubis. "Die Dringlichkeit hat jedoch etwas nachgelassen." So sei der Anteil der erst später zu besetzenden Stellen gegenüber dem Vorquartal um 2,1 Punkte auf nun 25,7 Prozent gestiegen.

Das IAB untersucht viermal jährlich das gesamte Stellenangebot - auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im zweiten Quartal wertete das Institut die Antworten von 9000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche aus. Im Verarbeitenden Gewerbe fiel die Zahl der offenen Stellen laut IAB im zweiten Quartal leicht auf 151.000. Gegenüber dem ersten Quartal waren das rund 12.000 und im Vergleich zum Vorjahresquartal 3000 Stellen weniger.

Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen ging die Zahl ebenfalls etwas zurück. In anderen Branchen setzte sich die starke Personalnachfrage dagegen fort. Im Baugewerbe etwa bewegte sich die Zahl mit 143.000 offenen Stellen laut IAB "auf Rekordniveau". Bei den sonstigen Dienstleistungen sei mit rund 367.000 offenen Stellen der zweithöchste Wert seit 1992 zu verzeichnen gewesen.

Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit wegen der schwächeren Weltkonjunktur und Handelskonflikten in einer Delle. Sie dürfte im zweiten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft sein, sagen von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen voraus. Im ersten Quartal hatte es noch zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht an diesem Mittwoch eine erste Schätzung zum Abschneiden im Frühjahr. (AFP, Reuters)

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