Auf der A20 bei Tribsees ist nun auch die zweite Fahrbahn weggebrochen Foto: dpa/Bernd Wüstneck
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Ostseeautobahn A20: Auch die zweite Fahrbahn ist eingebrochen

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Am vergangenen Wochenende ist auch die zweite Seite der Ostseeautobahn in Richtung Stettin abgesackt. Die Gegenfahrbahn war bereits im Herbst weggebrochen.

Das Loch auf der Autobahn A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern ist erneut deutlich größer geworden und betrifft nun beide Fahrtrichtungen. Nach der Fahrbahn in Richtung Rostock sei jetzt auch die Fahrbahn in Richtung Stettin abgesackt, sagte eine Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums am Montag. Zuvor hatte der Radiosender „Ostseewelle“ berichtet.

Augenzeugen berichteten am Montag, dass die Gegenfahrbahn auf der gesamten Breite und einer Länge von etwa 40 Metern weggesackt sei. Diese war in den vergangenen Wochen noch von Fahrzeugen der Straßenbaubehörden genutzt worden. Am Montag stellten Behördenmitarbeiter vor der zerstörten Gegenfahrbahn Absperrungen auf.

Einsturz der Gegenfahrbahn war erwartet worden

Das Verkehrsministerium zeigte sich nicht überrascht, dass jetzt auch die Gegenfahrbahn abgesackt ist. Dass die Autobahn 20 an dieser Stelle instabil sei, habe man gewusst. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass auch die zweite Fahrbahn abrutsche. Die Planungen für die Reparatur der Straße seien dadurch nicht beeinflusst.

Sensationstouristen, die zum Loch pilgern, Selfies schießen und in sozialen Netzwerken posten, machen den Straßenbaubehörden zunehmend zu schaffen. „Wir hatten bislang dank rechtzeitiger Sperrung der Autobahn Glück, dass niemand verletzt wurde“, sagt Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr am Montag. Die Behörde überlege nun, Anzeige gegen Gaffer zu erstatten. Die Rechtslage sei eindeutig. Die Abbruchstelle sei gesperrt, das Betreten verboten. Das Laufen auf diesem Stück Autobahn sei grob fahrlässig und äußerst gefährlich. Bereits am Wochenende waren Bilder von der abgebrochenen Gegenfahrbahn auf Facebook gepostet worden.   Seit Oktober ist die A 20 an der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern komplett gesperrt.

Die Fahrbahn westlich der Ausfahrt Tribsees war Ende September mehrere Meter tief abgesackt. Wenige Wochen später musste die Autobahn beidseitig gesperrt und der Verkehr auf Landstraßen umgelenkt werden. Das Loch hatte sich zuletzt auf der Fahrbahn nach Rostock von 40 auf 95 Meter Länge vergrößert.

Der Grund für das Desaster ist ersten Untersuchungen zufolge ein großes geschlossenes Torfvorkommen unter der Autobahn, eine sogenannte Torflinse. Was genau im Boden geschah, ist unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen. Die Vermutung von Anwohnern, dass die Anhebung des Wasserstandes am Fluss Trebel vor rund 20 Jahren Schuld am Einsturz sein könnte, wies jüngst das Umweltministerium zurück. Der jetzige Wasserstand sei fast identisch mit dem Wasserstand, der den A20-Planungen zugrunde gelegen habe. Ein Lichtblick: Der Einsturz der Gegenfahrbahn am Wochenende hat laut den Experten des Verkehrsministeriums keine weiteren Auswirkungen auf die Planungen zur Reparatur der Straße. Bis die A 20 an dieser Stelle wieder befahrbar sein wird, werden allerdings Jahre vergehen. (dpa)

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