Speziell. Ader error richtet sich nicht nach gängigen Geschmacksmustern. Foto: promo
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Fashion Week in Berlin Mode aus Südkorea: Entspannt, non-konform

Ann-Kathrin Riedl
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Ader error Mode aus Südkorea liegt im Trend, das zeigt auch ein Neuzugang bei Andreas Murkudis.

„Wen ich nicht mag, den kann ich nicht verkaufen“, sagt Andreas Murkudis, während er einen zufriedenen Blick auf das Getümmel in seinem Laden wirft. Der Kalender des Fashion-Week-Publikums ist voll, aber trotzdem hat er es geschafft, dass am Dienstagabend alle bei ihm vorbeischauen wollen. Der Grund ist ein Designerkollektiv, das neu in seinem Portfolio ist: Ader error aus Südkorea.

Zwei Jahre war Murkudis im Gespräch mit dem Label, das wie eine Fehlermeldung klingt. Erst dann ließen sich die Designer überzeugen, in Europa zu verkaufen. „Die haben einen tollen Laden in Seoul und einen Onlineshop, und damit waren sie zufrieden. Die machen einfach ihr Ding, wollen so wenig Stress wie möglich“, erzählt Murkudis.

Diese entspannte Attitüde spiegelt sich auch in den zwei Kollektionen des Labels, die nun bei ihm hängen. Sie bestehen aus voluminösen Jacken, weit geschnittenen Hoodies und T-Shirts, an die kurze Hosen mit Gummizug angenäht sind. Nur zwei Größen gibt es, die Schnitte sind unisex. Dazu weiße Sportsocken und Anglerhüte, wie sie in den Neunzigern getragen wurden. Drapiert ist das alles auf Skateboards. Naheliegend, denn die Hauptinspiration des Labels kommt aus der Skaterszene.

Südkorea wird als der Schauplatz gehandelt, auf den sich in der internationalen Mode künftig das Augenmerk richten wird

Gekauft werden können die Kollektionsteile nur, so lange der Vorrat reicht, nachproduziert wird nicht. Auch darüber ist Murkudis begeistert: „Die denken überhaupt nicht kommerziell, aber damit sind sie erfolgreich.“ Er selbst mag das Label nicht nur, er hat es richtig ins Herz geschlossen. Asien sei voll interessanter Konzepte und Labels, die sich nichts aus den gängigen Regeln machen, erzählt er. Besonders Südkorea mit der Metropole Seoul und deren Fashion Week hat es ihm angetan: „Dort herrscht gerade unter den jungen Menschen eine unglaubliche Begeisterung für Mode.“

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Mit seiner Faszination für das Land ist Murkudis nicht allein. Südkorea wird als der Schauplatz gehandelt, auf den sich in der internationalen Mode künftig das Augenmerk richten wird. Es ist sogar von einem „Korea-Hype“ die Rede, der in der Beautyszene seinen Anfang nahm. Mit ihren ausgefallenen Ideen sind Produkte aus Korea der letzte Schrei. Koreanischer Pop, der als K-Pop bezeichnet wird, erobert gerade die Musikindustrie. Und mit ihm verbreitet sich der Stil seiner Stars: extravagant, aber androgyn, mit humorvollen, teils niedlichen Details und in der letzten Zeit stark an Streetwear orientiert. Das trifft den Zeitgeist.

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