Blush. Diese Farbe verwendet die Designerin gern, mädchenhaft findet sie das nicht. Foto: promo
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Fashion Week in Berlin "Malaika, du bist ein Punk"

Ann-Kathrin Riedl
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Malaika Raiss steht als Beispiel für eine neue Generation von Designerinnen, die momentan national wie international an die Spitze der Modewelt rücken

Geishas waren im alten Japan zwar Kurtisanen, aber auch selbstbestimmte Frauen, die aus sich selbst eine Marke machten, im Grunde Businessfrauen durch und durch.

Eine solche ist auch Malaika Raiss. Sie steht als Beispiel für eine neue Generation von Designerinnen, die momentan national wie international an die Spitze der Modewelt rücken. Es passt gut, dass ihre aktuelle Kollektion von den Gewändern der japanischen Geishas inspiriert ist.

Dass immer mehr Frauen wie Malaika Raiss in der Mode durchstarten, hat Gründe. Show und großes Ego zählen im harten Business immer weniger. Stattdessen rücken Tugenden in den Vordergrund, die klassischerweise eher Mädchen eingeimpft werden: strebsam sein, hart arbeiten, vor allem an sich selbst. Das kennt Raiss nur zu gut. „Ich war immer bereit, einen Extraschritt zu gehen“, sagt sie. „Malaika Fleiß ist mein Spitzname.“ Aber sie weiß auch, dass das allein nicht reicht: „Ich bin eine Kämpfernatur, bin mit einem klaren Plan gestartet und hatte meine Selbstzweifel immer im Griff.“ Neulich habe ein Freund zu ihr gesagt: „Malaika, du bist ein Punk. Du machst einfach das, was du schon immer machen wolltest.“

Neben Marina Hoermanseder ist Malaika Raiss wohl die experimentierfreudigste Designerin in Berlin

Sie war sich nie zu schade, sich auf Neues einzulassen. Neben Marina Hoermanseder ist Malaika Raiss wohl die experimentierfreudigste Designerin in Berlin. Auch dieses Jahr hat sie sich etwas einfallen lassen: Ein Video ihrer Kollektion gab es gestern als Online-Stream zu sehen, heute dürfen sie ausgewählte Gäste bei einem Re-See von Nahem betrachten. „Ich will, dass die Kollektion im Mittelpunkt steht, nicht das Event“, sagt Raiss. Das nehme den Druck aus der Sache. Und von dem sollte man sich ohnehin befreien, findet sie.

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