Serien-Highlights Staffel läuft: Die 21 besten Serien für kalte Abende

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Draußen feindseliger Ostwind, drinnen „In aller Freundschaft“: Prominente und Tagesspiegel-Autoren empfehlen die besten Serien.

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An einer Elite-Uni wirbelt Sam White (Mitte) das Leben ihrer Kommilitonen durcheinander. Foto: Netflix
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Coole Chicks

Dear White People

Die weiße Studentenverbindung einer amerikanischen Elite-Universität lädt zu einer „Blackfacing“-Party, bei der sich jeder als sein liebster schwarzer Popstar verkleiden darf, und löst damit eine Campuskrise aus. Hey, schreit das nicht nach einer tollen Prämisse für eine Comedy? Absolut.

Jedenfalls, wenn sie so scharfzüngig geschrieben ist wie diese Serie. „Game of Thrones“? Heißt hier „dieser Scheiß mit Drachen, der in einer Welt spielt, in der es keine Schwarzen gibt, außer als Sklaven“. Alles dreht sich um die schwarze Radiomoderatorin Sam White, die in ihrer Talkshow „Dear White People“ ihren Mitstudenten Verhaltensratschläge gibt und politische Pamphlete vorliest.

Zu Halloween als Pirat verkleiden, geht in Ordnung, als einer der ersten 43 Präsidenten des Landes auch, als Barack Obama, hm, nicht so cool. Selten habe ich eine Serie gesehen, die ein so schweres Thema so leichtfüßig behandelt. Und den Protagonisten dabei Raum für Widersprüche, Gefühle und Fehler gibt, egal welcher Hautfarbe. Wie heißt es doch gleich in der ersten Folge: „Postracial, my ass!“ (Netflix) Ulf Lippitz, Mitarbeiter im Sonntag

Grace & Frankie

Iih, Sex! Das wollen die Kinder gar nicht hören, dass ihre alten Eltern so was treiben. Keine Details, bitte. Aber das Liebesleben, züchtig in Szene gesetzt, ist der Ausgangspunkt von „Grace & Frankie“. Die Männer der beiden gleichnamigen Damen verkünden diesen nämlich, dass sie sich seit 20 Jahren lieben und heiraten möchten.

Aus dem Schock entwickelt sich die Comedy mit Herz und echtem Schmerz sowie Starbesetzung: Martin Sheen und Sam Waterston als schwules Paar, Jane Fonda und Lily Tomlin als zunächst inkompatible Zwangs-WG-Bewohnerinnen, die zu Freundinnen werden – wie es die Schauspielerinnen im wirklichen Leben sind.

Die beiden spielen typengetreu und selbstironisch, Jane Fonda als aufgedonnerte Kosmetikunternehmerin a.D., Grace, die viel trinkt und wenig isst, Lily Tomlin als Hippie, Künstlerin und Adoptivmutter. Jede Menge Verwicklungen, amouröse und geschäftliche Abenteuer, allseitige Emanzipation, aber am Ende haben sich natürlich alle lieb, einschließlich der vier erwachsenen Kinder.

Immer wenn es zu sentimental und hollywoodesk zu werden droht, kommt die herrliche Lily Tomlin zur Rettung. Wobei: Auch Jane Fonda kann komisch. Feelgood-Serie für Oldies mit Kanten und Witz, die seit 2015 läuft und läuft. Aber nur im Original gucken! Die Synchronisation ist grauenvoll. (Netflix) Susanne Kippenberger, Redakteurin im Sonntag

New Girl

Am besten ist die radikale Ehrlichkeit. Gleich am Anfang. „Ich hab im Moment ’ne ziemlich dünne Haut wegen der Trennung“, sagt Jessica Day da. „Deshalb werde ich mir wahrscheinlich ,Dirty Dancing’ anschauen. So sechs oder sieben Mal. Am Tag.“ Dann zieht Jess, seit kurzem Single, weil sie ihren Freund mit einer anderen erwischt hat, in eine Männer-WG.

Darin wohnen bereits Schmidt (Yuppie und Klischeemacho), Coach (Fitnesstrainer) – der allerdings bald durch Winston (Ex-Profi-Basketballer) ersetzt wird – und Nick (Barmann, manchmal mürrisch, doch herrlich unkompliziert). Mit ihren drei neuen Mitbewohnern und der Unterstützung ihrer besten Freundin Cece startet die Lehrerin, selbst ein bisschen naiv, dafür aber grundloyal, ihren neuen Lebensabschnitt.

Zwei klassische „Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?“-Stränge entwickeln sich im Laufe der bisher sieben Staffeln, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten wird. Alles in allem eine Gute-Laune-Serie über Freundschaft, Liebe und das Dazwischen. (Pro Sieben, Netflix) Ann-Kathrin Hipp, Volontärin im Tagesspiegel

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