Foto: Julia Prosinger
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Unter  HEIMWERKERN „Ich baue ein Insektenhotel“

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BERND DOBOROSKY, 64

kauft

1 Etagere

1 Weihnachtsstern

2 Glühbirnen

alles für 16, 89 Euro

Ich wollte eine Regenrinne kaufen, aber die hatten sie hier nicht. Stattdessen haben meine Frau und ich Weihnachtskram gekauft: diese Etagere für die Kaffeetafel und diesen weißen Holzstern. Der kommt in eine Schale mit Orchideen und weißen Steinen.

Normalerweise schaue ich im Baumarkt nach ganz anderen Dingen, nach Holz und Schrauben. Ich baue nämlich ein Insektenhotel, ach nein, ich baue ganz viele, sieben habe ich schon fertig. Natürlich gibt es die auch komplett zu kaufen, für 40 Euro, aber man kann das auch selbst machen. Dauert etwa einen Tag. Die verschenke ich dann an meine Freunde zum Geburtstag.

Im Frühjahr hängt man ein solches Hotel in den Garten, damit Nützlinge kommen, die Schädlinge auffressen und dort, wie jetzt, überwintern. Marienkäfer oder Florfliegen sollen kommen, gegen Blattläuse zum Beispiel. Schmetterlinge sind gut für die Bestäubung.

Warten Sie, ich zeichne Ihnen das mal eben auf. Ich kaufe Holzbretter, unbearbeitet, sonst geht da kein Tier rein. Für den unteren Teil, das Erdgeschoss, sammel ich auf dem Friedhof oder im Wald Tannenzapfen – die mögen die Wildbienen besonders. Vor die Zapfen kommt ein Metallgitter, das kaufe ich fertig im Baumarkt. Davor ein bisschen Rinde, damit die Zapfen nicht rausfallen. In das erste Stockwerk fülle ich klein geschnittene Bambusstäbe. Die müssen ganz dicht gepresst werden, weil die Maisen die Insekten, die da nisten, sonst rausziehen. In die Mitte des Hauses sollen Schmetterlinge einziehen, daher das Loch. Und ins Dach lege ich kleine Äste, das mögen die Marienkäfer.

Ich bin Industriekaufmann, habe mit Basteln nichts am Hut. Meine Frau sagt: Ich mache nur das, was ich muss. Aber wenn man einen Garten hat, wird man automatisch zum Heimwerker. Wir haben 300 Quadratmeter. Im Wohnzimmer habe ich eine ganze Wand, vor der der Fernseher steht, aus Natursteinen gebaut. Bei uns sieht’s drinnen eigentlich aus wie draußen. Wir haben derart viele Pflanzen, dass man sich mit der Machete durchschlagen könnte.

In den nächsten Wochen will ich noch ein Quartier für Eichhörnchen zimmern, einen Kasten, aus dem die dann Erdnüsse rausholen. Ein Igelhaus habe ich auch angefertigt, mit Dachpappe oben drauf. Leider ist noch kein Igel eingezogen, obwohl wir welche im Garten haben.

Naja, es ist auch nicht so schön geworden. Protokoll: Julia prosinger

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