Die erste Ready-to-wear-Kollektion wurde in London präsentiert. Foto: Chris Yates/ Chris Yates Media
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Maria Koch von 032c im Interview Zack, zack auf den Markt

Aus dem Magazin „032c“ ist eine Marke geworden – jetzt wurde die erste Ready-to-wear-Kollektion in London präsentiert. Ein Gespräch mit Maria Koch.

„032c“ ist zuerst einmal das Magazin, das 2000 von Jörg Koch gegründet wurde. Inzwischen ist daraus eine Plattform für verschiedene Ausdrucksformen geworden. Für die Mode ist seine Frau Maria Koch zuständig. Seit drei Jahren gibt es „Apparel“ mit Streetwear wie T-Shirts, Sweatshirts, Jeans und Accessoires. Alle paar Wochen kommen neue Produkte in geringer Stückzahl heraus, die oft zusammen mit Designern oder Künstlern entstehen. Meist sind sie sofort ausverkauft. Etwas schnell und in kleiner Stückzahl auf den Markt zu bringen, nennt man Drop. Diese Disziplin beherrscht „032c“ perfekt.

Sie haben ein Jahr gebraucht, um den Fertigungsprozess für die Ready-to-wear zu organisieren.
Man braucht viel Zeit, um eine Kollektion zack, zack auf den Markt zu werfen. Wir haben für „Apparel“ einen Prozess gefunden, in dem wir Stückzahlen von fünf bis 5000 skalieren können und zwei Monate nach Designabgabe ausgeliefert wird. Eine Schau zu haben und ein Jahr später auszuliefern, das funktioniert strategisch nicht mehr. Alle, die einen Look gut finden, kaufen ihn innerhalb von zwei Wochen bei Zara oder bei anderen Designern, dann sind die damit durch.

Was setzen Sie dagegen?
Für „Apparel“ bekommen unsere Geschäfte präzise Zeichnungen von den Musterstücken und ordern darüber, nicht über das Kleidungsstück. Das heißt, wir haben vier Wochen Zeit, um Presse zu machen, auf Instagram zu fluten, es irgendwelchen Leuten anzuziehen, sodass alle das unbedingt haben wollen.

Das gilt aber nur für „Apparel“?
Ja, bei der Ready-to-wear funktioniert das leider nicht, weil die Shops nicht so weit sind. Da geht es um viel höhere Budgets als einen Pulli für 50 Euro. Wir wollen aber trotzdem versuchen, früher auszuliefern als alle anderen. Wir zeigen also später und liefern früher aus. Da haben wir zweieinhalb Monate gespart, in der sonst die Energie flöten geht.

Die Designerin Maria Koch. Foto: promo Vergrößern
Die Designerin Maria Koch. © promo
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