Die elf Tänzerinnen der Tanzkompanie "L.A. City Municipal Dance Squad". Foto: & Other Stories
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Die Modeindustrie und der Internationale Frauentag Seid mutig! Seid seltsam! Wen juckt’s!

Frauen werden von der Modeindustrie am Internationalen Frauentag gefeiert, kein Wunder sie sind ihre wichtigste Zielgruppe.

Möglichst viel Kleidung zu verkaufen, reicht heute nicht mehr, um auf Dauer seinen Erfolg als Modeunternehmen zu zementieren. Das zeigen die Umsatzzahlen von Hennes & Mauritz, die im vergangenen Jahr mächtig ins Schwanken gerieten. Vielleicht auch deshalb muss der schwedische Konzern nach neuen Konzepten suchen, wie mit Mode Geld zu verdienen ist. Und das funktioniert besonders gut mit den zwei recht jungen Tochterfirmen Arket und &Other Stories.
Bei Arket geht es darum, herauszufinden, wie wichtig den Kunden Transparenz und Nachhaltigkeit ist, bei &Other Stories, wie der Labelname schon vermuten lässt, ums Geschichtenerzählen. Denn damit verkauft sich Mode immer noch besonders gut. Die Geschichten werden bei &Other Stories nicht einfach ausgedacht, es gibt dafür auch Kooperationen mit echten Menschen. Dafür wurde in Stockholm sogar ein eigener Posten geschaffen, der von Anna Nyren. Sie kümmert sich ausschließlich um Kooperationen, die von Anfang an zu &Other Stories gehörten. „Ich war die fünfte Angestellte des Labels“, sagt sie.

Viele Modeunternehmen nutzen den Tag, um frohe Botschaften zu verbreiten

Anna Nyren ist extra nach Berlin gekommen, um über ihre Arbeit zu sprechen. Passend zum Internationalen Frauentag hat sich &Other Stories mit einer Tanzkompanie aus Los Angeles zusammengetan, die anders sein will als die anderen. Beim „L.A. City Municipal Dance Squad“ können Frauen tanzen wie sie wollen, oder wie es die Gründerin Angela Trimbur ausdrückt: Zu uns kommen Frauen, um sich seltsam zu benehmen.“
Die Tanztruppe passt sehr schön ins Storytelling von &Other Stories und könnte auch von der US-Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham ausgedacht sein, die 2015 einen Kurzfilm für das Unternehmen drehte. Diesmal gibt es drei Filme, in denen sich die Tänzerinnen auf eine Nacht in einem Club vorbereiten, wo sie mit vielen Frauen zusammen tanzen wollen – all das natürlich in Kleidung von &Other Stories.
Der Internationale Frauentag ist nicht nur für &Other Stories eine willkommene Gelegenheit, auf die Stärkung von Frauen hinzuweisen. Man könnte auf die Idee kommen, das sei genau das, was den meisten Modeunternehmen wirklich am Herzen liegt. Dabei geht es wahrscheinlich um die Stärkung der eigenen Zielgruppe. Deshalb nutzen viele den Tag, um die frohe Botschaft zu verkünden: Esprit arbeitet mit dem Nationalen Komitee Deutschland der UN Women zusammen und hat dafür ein T-Shirt mit dem Slogan „We All“ bedrucken lassen. Ein Schmucklabel bietet Lederbänder mit dem Aufdruck „We can“ oder „We will“.
Und auch bei der aktuellen &Other Stories-Kooperation gibt es die passenden Sprüche: „Be Bold! Get Weird! Who cares!“ Also: „Seid mutig! Werdet seltsam! Wen juckt’s!“ Allerdings dieses Mal nicht gedruckt auf Baumwollshirts, sondern als Ausruf der Tänzerinnen aus Los Angeles.

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