Aora Helmzadeh, Journalistin aus dem Iran. Foto: Stefan Weger.
© Stefan Weger.

Stimmen des Exils - Zum Internationalen Frauentag Gleiche Rechte für Frauen und Männer - überall!

Viele arabische Frauen kennen den Frauentag gar nicht. Unsere Autorinnen, Exiljournalistinnen aus Syrien, Bahrain, Ägypten und Iran, sagen, was sie fordern.

„Iranische Frauen sind mutige Kämpferinnen. Obwohl sie unterdrückt werden, kämpfen sie weiter, um ihre Gesellschaft zu verändern. Der Druck auf Frauen, möglichst viele Kinder zu bekommen, dient der Regierung in ihrem Streben nach einer großen Nation – und zugleich werden Frauen im patriarchalischen System beschäftigt gehalten. Doch wie kann eine Familie glücklich sein, wenn die Mutter überfordert ist?“

Zoya Anwer Mafoud, Exiljournalistin aus Syrien. Foto: Stefan Weger Vergrößern
Zoya Anwer Mafoud, Exiljournalistin aus Syrien. © Stefan Weger

„Das Thema Frauen geht alle an, nicht nur die Frauen selbst. Männer sollten aktive Partner bei der Emanzipation sein. Heute brauchen wir in meiner Heimat dringend ein Zivilrecht gegen das Unrecht, das Frauen erleben, gegen die Ungerechtigkeit, die gegen sie praktiziert wird, gegen das patriarchalische System.“

Amloud Almir, Exiljournalistin aus Syrien. Foto: Stefan Weger Vergrößern
Amloud Almir, Exiljournalistin aus Syrien. © Stefan Weger

„Ich habe mir ein Ziel gesetzt: Ich möchte interessante Frauen aus Syrien vorstellen, die etwas aus ihrer Situation hier in Deutschland gemacht und ihren Platz gefunden haben. Die Geschichte von Frauen wie Nivien Almousa, die von ihrer Arbeit mit Behinderten hier in Berlin erzählt, kann mehr zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen als 1000 Appelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das Video über Nivien finden Sie unter tagesspiegel.de/stimmendesexils“

Nazeeha Saeed, Exiljournalistin aus Bahrain. Foto: Stefan Weger Vergrößern
Nazeeha Saeed, Exiljournalistin aus Bahrain. © Stefan Weger

„Frauen sollten überall gleichberechtigt sein. Das heißt: gleiche Bezahlung in Europa und den USA, gleiche Staatsbürgerschaft in Bahrain, gleiche Bewegungsfreiheit in Saudi-Arabien, das gleiche Recht ohne Zustimmung des Vormunds zu arbeiten und studieren in Katar, gleiches Recht zur freien Partnerwahl in Oman, gleicher Schutz vor häuslicher Gewalt in Jordanien, Palästina, Libanon und anderen Ländern.“

Hend Taher Refky, Exiljournalistin aus Foto: Vergrößern
Hend Taher Refky, Exiljournalistin aus

Zum Frauentag wünsche ich uns – allen Frauen –, genug Mut zu haben, unsere eigenen Wege zu gehen. Ich wünsche mir eine Welt, in der Mädchen die gleichen Spiel- und Sportangebote bekommen wie Jungen, eine Welt, in der Frauen genauso viel verdienen wie Männer. Ich wünsche mir ein Leben ohne Scham vor der monatlichen Periode und mehr Forschung zu Körper und Genitalbereich der Frau.“

Raghad Al Bunni, Journalistin aus Syrien Foto: privat Vergrößern
Raghad Al Bunni, Journalistin aus Syrien © privat

"Viele arabische Frauen wissen gar nicht, dass es einen Internationalen Frauentag gibt. Einen solchen Tag zu feiern scheint ihnen wie Luxus oder Spott über ihre bittere Realität. Von Herzen hoffe ich, dass dieser Tag einmal eine Krönung für eine schöne Realität in allen Ländern sein wird, nicht eine Etikette, die wir in den Medien besingen."

Dieser Text erscheint im Rahmen des Projekts "Stimmen des Exils" von Tagesspiegel und Körber-Stiftung. Der Tagesspiegel veröffentlicht seit 2016 regelmäßig Texte von Exiljournalist*innen unter dem Titel #jetztschreibenwir. Die Körber-Stiftung macht mit ihren Projekten im Programmbereich "Exil" die journalistischen, künstlerischen, politischen oder wissenschaftlichen Aktivitäten exilierter Menschen in Deutschland sichtbar. Dafür kooperiert sie z.B. mit den Nachrichtenplattformen „Amal, Berlin!“ und „Amal, Hamburg!“ oder organisiert Fachveranstaltungen (Exile Media Forum).

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