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Horse Racing - Dubai World Cup - Meydan Racecourse, Dubai, United Arab Emirates - March 30, 2019 Almond Eye ridden by Christophe Lemaire wins the Dubai Turf Sponsored By Dp World REUTERS/Christopher Pike Foto: REUTERS
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Wunderstute Almond Eye Ein Pferd von einem anderen Stern

Ulrich Nickesen

Die Wunderstute Almond Eye deklassiert die Konkurrenz in Dubai und soll für Japan den ersten Sieg beim "Arc" in Paris seit 50 Jahren holen.

Normalerweise steht in Dubai das Hauptrennen im Mittelpunkt. Auf der 2000-Meter-Sandbahn stand der Sieg von Thunder Snow erst nach Kontrolle des Zielfotos fest, die Augen der meisten Zuschauer waren am Samstagabend aber auf das mit sechs Millionen US-Dollar dotierte "Dubai Turf" gerichtet – und auf Almond Eye. Die vier Jahre alte japanische Stute ist aktuell eine der größten Attraktionen im internationalen Reitsport und begeistert Fans und Experten gleichermaßen. Im vergangenen Jahr gewann sie in Japan sechs von sieben Prüfungen und lief dabei mit 2:20:6 Minuten im Japan-Cup über die klassische Distanz von 2400 Metern die schnellste jemals in der Vollblutzucht gemessene Zeit. Auch auf der Rennbahn Meydan beim 24. "Dubai World Cup" war Almond Eye eine Klasse für sich.

Seit Wochen gab es in der Szene fast nur ein Thema: Kann die Stute ihre außergewöhnlichen Leistungen aus dem Vorjahr bestätigen oder noch steigern? Die Antwort gab Almond Eye auf beeindruckende Art und Weise. Über die 1800-Meter-Distanz setzte sie sich gegen zwölf Galopper durch. Nicht nur die Zuschauer in Dubai, darunter auffällig viele Japaner, erlebten eine erneute Sternstunde in der Geschichte des Galopprennsports.

Im reitsportbegeisterten Japan nährt der Sieg die Hoffnungen auf weitere Erfolge. Schließlich will man nach genau 50 Jahren im Oktober endlich den „Prix de l'Arc de Triomphe“ in Paris-Longchamp gewinnen –und mit dieser Stute könnte der japanische Traum endlich wahr werden. So wie Almond Eye ihr Rennen in Dubai gewann, sind diese Hoffnungen nicht unberechtigt.

Halbe Kraft reicht

Mit nahezu halber Kraft führte sie die Konkurrenz vor, als ob es sich um einen besseren Trainingsritt handelte. Nicht zuletzt profitierte sie auch von der Renneinteilung durch ihren Jockey Christophe Lemaire. Der Franzose zeigte eiskalte Nerven und vertraute auf die Speedqualitäten von Almond Eye. Fast während des gesamten Rennverlaufs im hinteren Drittel platziert, zog die Stute auf der Zielgeraden scheinbar mühelos an der Konkurrenz vorbei. Die Siegprämie in Höhe von 3,6 Millionen Dollar war ein angenehmer Nebeneffekt, das Rennen galt aber vor allem als Test für die in diesem Jahr anstehenden großen Prüfungen, besonders in Europa.

„Sie ist eines der besten Pferde, das ich jemals geritten habe“, sagte der Siegjockey. Trainer Sakae Kunieda hatte schon die ganze Woche lang Optimismus verbreitet. „Wir werden dieses Rennen gewinnen“, sagte er in der Vorbereitung. Nun soll beim "Arc" in Paris die nächste Demonstration ihrer Stärke folgen. Das erwarten zumindest die Besitzer der in Japans Norden trainierten Ausnahmestute.

Wie stark die japanische Vollblutzucht innerhalb der letzten 40 Jahre geworden ist, zeigte sich auch daran, dass der zweite und vierte Platz in dieser Prüfung ebenfalls nach Japan gingen – und damit fast die Gesamtsumme der Preisgelder in Höhe von sechs Millionen Dollar. Was die Siegstute letztlich so schnell macht, bleibt ein Geheimnis. Offensichtlich handelt es sich um einen genetischen Glücksfall, in dem Geschwindigkeit und Ausdauer zu einer optimalen Synthese zusammengefügt sind. Ein Genuss ist es allemal, sie galoppieren zu sehen.

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