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Neuzugang Rani Khedira im Trainingslager in Bad Saarow. Foto: IMAGO / Contrast
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Weil ihm ein ehemaliger Unioner von der Alten Försterei vorschwärmte Rani Khedira fühlt sich gleich wohl in Köpenick

Rani Khedira scheint schnell beim 1.FC Union angekommen zu sein - muss er aber auch, weil gleich zu Saisonbeginn ein straffes Programm wartet.

Einen Crashkurs in Sachen 1. FC Union hatte Rani Khedira schon lange hinter sich, bevor er vor einigen Wochen an der Spree ankam. In Augsburg hat er in der vergangenen Saison mit Torwart Rafal Gikiewicz gespielt, der zuvor zwei Jahre in Berlin verbracht hat, und noch heute von dem Köpenicker Klub schwärmt.

„Gefühlt kannte ich Union schon in- und auswendig, weil er sehr oft und sehr ausgiebig über den Verein geredet hat“, sagte Khedira in seiner ersten Medienrunde als Berliner am Mittwoch. Als Khediras Wechsel zu Union perfekt war, habe ihn Gikiewicz sofort angerufen. „Er hat gesagt, dass ich hier noch mehr Spaß haben werde als in Augsburg. Das ist hier wahrscheinlich sein Lieblingsverein in Deutschland – vielleicht sogar auf der Welt.“

Vorfreude auf die Fans in der Alten Försterei

Groß überzeugen lassen musste sich der 27-Jährige aber nicht, als Union in der vergangenen Saison Interesse an ihm zeigte. Der Klub sei ihm selbst auch „immer sympathisch“ gewesen, vor allem die Fans hätten ihn beeindruckt. „Die Stimmung hier sucht seinesgleichen in Deutschland, sie ist schon einzigartig“, sagte Khedira, der sowohl mit Augsburg als auch mit RB Leipzig schon mehrmals im Stadion an der Alten Försterei gespielt hat.

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Dass die Union-Fans aufgrund ihrer Antipathie gegenüber RB ihm seine Leipziger Vergangenheit übelnehmen, befürchte er aber nicht. „Ich komme ja aus Augsburg“, sagte er. Vier Jahre hat der gebürtige Stuttgarter in Augsburg verbracht, fast durchgehend als Stammspieler. Doch nun zieht es ihn, genauso wie vor einem halben Jahr seinen Bruder, nach Berlin.

Weil Weltmeister Sami Khedira nach seinem Kurzaufenthalt bei Hertha BSC im Sommer seine Profikarriere beendete, wird es aber nicht zum erhofften Familienduell im Berliner Derby kommen. Er hätte sich zwar darüber gefreut, sagte Rani Khedira, doch es habe für seinen Bruder viele Gründe gegeben, aufzuhören. „Vielleicht“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu, „hatte er Angst.“

Englische Wochen schon im September

Auch ohne seinen Bruder war der jüngere Khedira allerdings von seinem eigenen Wechsel in die Hauptstadt überzeugt. „Die Entwicklung von Union in den letzten Jahren ist schon beeindruckend“, sagte er. Unter der bisher erstaunlich stabilen Führung von Trainer Urs Fischer und Manager Oliver Ruhnert hofft er auf mehr Kontinuität, als er in Augsburg erlebt hat. „In Augsburg hatte ich vier Trainer, es hat sich immer über den Haufen geworfen.“

In Berlin sei alles hingegen „sehr eingespielt. Hier gibt es klare Abläufe, klare Ideen. Jeder weiß, wo er hinzulaufen hat und was seine Aufgabe ist“, sagte er. In den vergangenen Saisons lag Unions Stärke darin, diese Stabilität mit einer ständigen und oft dramatischen Erneuerung des Kaders auszubalancieren.

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Auch in diesem Sommer stellt sich der Verein dieser Herausforderung: Khedira ist einer von bisher elf Neuzugängen zur Saison 2021/22. Nach den „spannenden“ ersten Wochen stehe die Mannschaft in dem knappen Monat bis zum Saisonstart vor einem „Reifeprozess“, so der 27-Jährige. „Wir müssen uns schon finden, müssen uns einspielen.”

Dass der Kader nach wie vor groß ist, kann dem Conference-League-Teilnehmer aus Köpenick aber auch nicht schaden, denn schon von Anfang an fliegen Union viele Termine um die Ohren. Nach dem DFB-Pokalspiel bei Türkgücü München und dem Ligaauftakt gegen Bayer Leverkusen am 14. August gibt es mit den Play-off-Spielen in der Conference-League schon vor September zwei englische Wochen. Schon jetzt bereitet man sich also in Köpenick auf eine kräftezehrende Spielzeit vor.

Doch der Neuberliner Rani Khedira ist trotzdem zuversichtlich: „Ich bin voller Optimismus, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen“, sagte er.

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