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Mehr als nur Golf. Titelverteidiger Dustin Johnson ist nicht nur auf dem Platz gefordert. Foto: Tilton/AFP
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Wegen der Wahlrechtsreform in Georgia Auch das US Masters im Golf ist plötzlich politisch

Die Wahlrechtsreform im US-Bundesstaat Georgia hat auch Einfluss auf den Sport. Das Masters im Golf findet allerdings wie gehabt in Augusta statt.

Im Augusta National Golf Club ist die Welt noch in Ordnung. Nirgends scheint das Grün so strahlend und die Blütenpracht so bezaubernd wie auf diesem elitären Fleckchen Erde im US-Bundesstaat Georgia. Am Donnerstag startet hier das wichtigste Golfturnier der Welt (ab 21 Uhr live bei Sky), am Sonntag wird der neue Sieger des US Masters gekürt und darf dann in das legendäre Grüne Jackett schlüpfen.

Die Golfwoche hat in Augusta allerdings schon früher begonnen. Mit dem traditionellen Champions Dinner, für das diesmal Titelverteidiger Dustin Johnson einlud oder den Trainingsrunden der Stars, die am Loch 16 den Ball spektakulär über das Wasser flitschen lassen.

Und doch ist in diesen Tagen nicht alles Eitel Sonnenschein in Augusta. Schuld daran ist die umstrittene Wahlrechtsreform in Georgia, die einen Proteststurm in den USA ausgelöst hat. Der republikanisch geführte Bundesstaat macht es Minderheiten künftig schwieriger an Wahlen teilzunehmen – so sehen es zumindest Kritiker. Und davon gibt es eine ganze Reihe, nicht nur auf Seiten der Demokraten.

Einige große Unternehmen in Georgia haben sich bereits klar gegen die Reform ausgesprochen und auch im Sport wurde bereits gehandelt. Das alljährliche Allstar-Game der Major League Baseball wurde von Atlanta nach Denver verlegt – als Protest gegen die Wahlrechtsreform.

Zuletzt wurden auch die Stimmen lauter, die vom Augusta National Club eine Reaktion oder eine Verlegung des Turniers forderten. Das Thema ist derart aufgeladen, dass sogar US-Präsident Joe Biden am Dienstag dazu befragt wurde. Der blieb allerdings neutral und sagte: „Das ist Sache der Masters-Verantwortlichen“.

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Biden wird wissen, dass sich der altehrwürdige Club von außen noch nie unter Druck setzen ließ. Erst 1975 durfte erstmals ein Afroamerikaner am Turnier teilnehmen und es dauerte sogar bis 2012, ehe der Augusta National auch Frauen als Mitglieder aufnahm. Eine Verlegung des Masters 2021 war daher von vornherein utopisch, zumal das Turnier untrennbar mit dem Platz verbunden ist. Anders als das Allstar-Spiel der Baseballer, das sowieso in jedem Jahr an einem anderen Ort ausgetragen wird.

Und die Golfer selbst? Die meist weißen Stars versuchten das Thema auf den Pressekonferenzen in dieser Woche möglichst elegant zu umschiffen und verwiesen auf den finanziellen Beitrag, den der Golfsport in vielen Gegenden in den USA leisten würde. So war es Cameron Champ vorbehalten, einem der wenigen multiethnischen Profis auf der Tour, die Masters-Macher in die Pflicht zu nehmen. Auf die Frage, ob der Augusta National Club sich klar gegen die Wahlrechtsreform aussprechen sollte, sagte er: „Das denke ich schon.“

Diese Hoffnung erfüllte sich allerdings nicht. Zwar beantwortete der Klub-Vorsitzende des Augusta National am Mittwoch Fragen dazu. Doch Fred Ridley vermied es dabei beinahe erwartungsgemäß, klar Stellung zu beziehen und erklärte stattdessen: „Ich weiß, dass sie gern etwas dazu von uns hören würden, aber ich glaube nicht, dass das dabei hilft, eine Lösung zu finden.“

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