Spandau in Berlin: Mateo Cuk (links) von den Wasserfreunden. Foto: imago/Camera 4
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Wasserball-Weltcup in Berlin DSV-Team startet mit Sieg gegen Ungarn

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Die deutschen Wasserballer schaffen beim Weltcup in Berlin die Sensation und schlagen zum Auftakt Ungarn.

Hagen Stamm stand am Beckenrand und reckte die Faust Richtung Hallendecke, wahrscheinlich wäre der Trainer der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft am liebsten ins Wasser gesprungen. Seine Spieler hatten zum Auftakt des Weltcups im Europasportpark an der Landsberger Allee ein Spiel hingelegt, wie es ihnen kaum einer zugetraut hatte. Am Ende feierten sie einen 12:10 (1:2, 3:4, 4:2, 4:2)-Sieg gegen den WM-Zweiten Ungarn. „Einfach sensationell“, schwärmte Stamm. „Die Spieler haben gekämpft wie die Löwen. Ich bin wahnsinnig stolz!“

Bei der Europameisterschaft vor ein paar Wochen in Barcelona hatten die Deutschen den Ungarn ein 4:4 abgetrotzt, es war die größte Überraschung des gesamten Turniers. Anders als damals boten die Ungarn nicht alle ihre Stars auf, sondern eine Reihe von ambitionierten Nachwuchsspielern. Die schienen die Angelegenheit erst einmal einigermaßen sicher im Griff zu haben. Zwar erzielte Mateo Cuk von den Wasserfreunden Spandau 04 schnell die deutsche Führung, aber dann schwammen er und seine Kollegen für längere Zeit meist hinterher. Zu viele Torchancen und Überzahlspiele wurden leichtfertig vergeben. Es wurde ein wenig leise an der Landsberger Allee. Kurzzeitig kam Stimmung auf, als Hannes Schulz im zweiten Viertel das 4:4 schaffte. Der Berliner vom OSC Potsdam hatte sich seinen eigenen Fanclub mitgebracht, junge Männer und Frauen, die auf der Gegengeraden silbern glänzende Riesenbuchstaben tanzen ließen: „Go Hannes Go!“

Bei den Ungarn reihte sich Zeitstrafe an Zeitstrafe

Die Ungarn legten aber noch im zweiten Viertel schnell zwei Tore nach und zu Beginn des dritten Viertels noch ein Drittes. 7:4 – das Spiel schien den erwarteten Verlauf zu nehmen. Wer hätte schon erwartet, dass die Deutschen so eine Aufholjagd hinlegen würden? „Ich dachte, das Spiel wäre gelaufen“, sagte Stamm. „Bei drei Toren Rückstand ist gegen so eine Klassemannschaft eigentlich nichts mehr zu holen. Aber meine Spieler haben gezeigt, dass es doch geht.“

Es war der Spandauer Marin Restovic, der den Anfang machte. Seinem Tor zum 5:7 ließen der überragende Hannoveraner Julian Real und Mateo Cuk zwei weitere folgen. Das Spiel war wieder offen. Bence Batori schoss die Ungarn noch einmal in Führung, aber die Macht des Moments lag jetzt auf deutscher Seite. Das Tor zum 8:8 war das spektakulärste des Abends, erzielt vom Duisburger Dennis Eidner, und wiederum hatte Restovic seine starke linke Hand im Spiel. Sein ebenso kluges wie gefühlvolles Zuspiel peitschte Eidner mit der flachen Hand wie ein Volleyballer ins Netz.

Jetzt wurde es dramatisch. Mateo Cuk hatte Pech mit einem Wurf an die Latte, auch die Ungarn trafen zweimal das Gestänge. Dann kam wieder Marin Restovic, setzte den Ball aus spitzem Winkel ins kurze Eck und die Deutschen lagen zum zweiten Mal vorn. Krisztian Manhercz schaffte sofort den Gleichstand, aber jetzt lief das Spiel bei den Deutschen. Spandaus Ben Reibel traf zur erneuten Führung, die Julian Real auch noch ausbaute, als gleich zwei Ungarn Zeitstrafen abbrummten. Den jungen Ungarn gelang nun nichts mehr. Zeitstrafe reihte sich an Zeitstrafe, später Nutznießer war Ben Reibel abermals mit einem verwandelten Strafwurf. Die Überraschung war perfekt.

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