Clement Jodoin gibt es jetzt Anweisungen bei RB München, wenn auch aus der zweiten Reihe. Foto: dpa
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Von den Eisbären nach München Clement Jodoin ist jetzt ein Gewinner

Wie der frühere Eisbären-Trainer Clement Jodoin heute über sein früheren Klub denkt und warum er das Angebot aus München nicht ablehnen konnte.

Mit Stéphane Richer hat Clement Jodoin nicht gesprochen. „Ich habe ihn gar nicht gesehen“, sagt der frühere Eisbären-Trainer und jetzige Assistent von Don Jackson bei RB München am Dienstagabend nach dem 6:2-Sieg seines neuen Arbeitgebers über den aktuellen Chefcoach der Berliner. Richer, im Hauptjob Sportdirektor der Eisbären, hatte Jodoin vor ein paar Wochen entlassen. Allerdings ist längst klar, dass Jodoin nicht der alleinige Grund für die Misere in Berlin gewesen sein kann. Die Mannschaft ist in dieser Saison einfach nicht stark genug, das wurde am Dienstag einmal mehr deutlich.

Jodoin hat das Thema Berlin abgehakt. „Ich hege keinen Groll gegenüber den Eisbären. Ich blicke lieber nach vorn“, erzählt er anlässlich seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Die Worte sprudeln aus ihm heraus, die Augen leuchten dabei. Nach seiner Demission bei den Eisbären ist der mittlerweile 67-Jährige erst einmal zurück in seine Heimat Kanada gereist. „Ich habe dort Weihnachten mit der Familie verbracht, war Skilaufen. Dann kam der Anruf aus München. Und jetzt bin ich wieder hier“, berichtet Jodoin. Mit Don Jackson hat er in den 90er Jahren beim damaligen NHL-Team Quebec Nordiques zusammengearbeitet. Seither schätzen sich die beiden, auch menschlich.

In München kann Jodoin nun doch noch Meister werden

Die Münchner hatten nach der Berufung von Toni Söderholm zum Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft Bedarf im Trainerbereich. Jodoin musste nicht lange überlegen, auch wenn seine Frau schon ein bisschen geguckt hätte. „Ich habe für drei Monate ein Apartment gemietet, wie es danach weitergeht, werden wir sehen“, sagt er. In München ist er nicht so präsent wie vorher in Berlin. Beim Spiel am Dienstag in der Arena am Ostbahnhof steht er nicht einmal hinter der Bande der Gäste, sondern arbeitet im Hintergrund. Die Aufgabe liegt ihm, er war jahrelang in Nordamerika anerkannter Co-Trainer. In die erste Reihe hat es ihn nie wirklich gedrängt.

In München hat er nun die Chance, das Ziel zu erreichen, mit dem er ursprünglich in die Saison gestartet war: den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Wie gut die Bayern sind, bekamen die Eisbären am Dienstag eindrucksvoll vorgeführt. Nach sieben Minuten lagen sie 0:3 zurück – für die drei Treffer war die junge Garde der Münchner verantwortlich. Jackson hat beim Titelverteidiger aus der Not eine Tugend gemacht. Als die Münchner im Herbst ähnlich große Verletzungssorgen hatten wie zuletzt die Eisbären, gab er den Talenten eine Chance. Die zahlen das Vertrauen mit Leistung zurück und sind aktuell besser als die etablierten Berliner Profis.

Jodoin weiß das, der Aufstieg zu einem Spitzenteam hat ihn allerdings kein bisschen verändert. „Ich schaue nicht zurück“, sagt er. Auf einen Händedruck mit Stéphane Richer kann er wohl auch deswegen verzichten.

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