Volle Kraft voraus. Georg Klein und die BR Volleys schmettern sich mal wieder ins Finale. Foto: imago images / Bernd König
© imago images / Bernd König

Volleyball-Bundesliga BR Volleys ziehen ins Finale ein

Die Berliner gewinnen das vierte Halbfinale gegen die Alpenvolleys Haching und spielen nun gegen den ewigen Rivalen aus Friedrichshafen um die Meisterschaft.

Das Lob an seine Spieler drückte Cedric Enard nach erfolgreichen Aktionen mit zahlreichen Fingerspielen aus. Der Trainer der BR Volleys verteilte mal ein Daumen-hoch an Samuel Tuia, er deutete immer wieder mit dem Zeigefinger auf Georg Klein oder er gab Sergej Grankin einen Klapps auf den Hinterkopf. Enard musste ja auch viel Lob verteilen am Samstagabend. Denn die Berliner kommen der Titelverteidigung in der Volleyball-Bundesliga immer näher.

Sie gewannen ihr Heimspiel gegen die Alpenvolleys Haching mit 3:0 (26:24, 25:19, 25:23) und setzten sich in der Play-off-Halbfinalserie so mit 3:1-Siegen durch. Vor 4455 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle zeigte sich Enards Mannschaft vor allem in den entscheidenden Momenten überaus nervenstark. In der Finalserie trifft der amtierende Deutsche Meister nun auf Pokalsieger VfB Friedrichshafen. Das erste Spiel der Serie nach dem Modus "Best of five" steigt am nächsten Samstag am Bodensee.

"Die Alpenvolleys haben uns alles abverlangt", sagte Volleys-Kapitän Sebastian Kühner. "Aber wir haben immer die Ruhe bewahrt und sind verdient ins Finale eingezogen." Auch Manager Kaweh Niroomand betonte: "Das 3:0 war kein Spaziergang - heute hätte es auch anders ausgehen können. Die anderen haben aufgeholt, sind aber noch nicht so weit." Und so bilanzierte er: "Wir haben jetzt zwei Saisonziele erreicht: Wir stehen im Finale und haben die Champions League erreicht." Dass die Volleys erneut auf den großen Rivalen Friedrichshafen treffen, ist für Kühner nur folgerichtig: "Das sind eben derzeit die Mannschaften mit der höchsten Qualität."

Diese Qualität zeigte von Beginn an besonders Sergej Grankin. Berlins Zuspieler verteilte wunderbar den Ball. Der Russe bescherte seinen Teamkollegen Benjamin Patch, Moritz Reichert und Samuel Tuia grandiose Pässe, die sie zu einer schnellen 4:2-Führung nutzten.  Doch die Alpenvolleys hielten voll dagegen. Mit starken Aufschlägen erarbeiteten sie sich eine kleine Führung (6:5). Weil die Gastgeber daraufhin zwei gute Möglichkeiten zu einfachen Punkten bei gegnerischem Aufschlag vergaben und dann Hachings Brasilianer Danilo Gelinski zweimal enorm wuchtig aufschlug, gerieten die Berliner etwas deutlicher in Rückstand (15:18).

Aber dann legte Enards Mannschaft einen Zwischenspurt hin. Nach erfolgreichem Blockspiel und fiesen Flatteraufschlägen von Jeffrey Jendryk lagen nun die Volleys vorne (19:18). Kurz darauf kamen Sebastian Kühner und Kyle Russel für Grankin und Patch, zunächst jubelten aber die Alpenvolleys. Denn nach einem Ass von Gelinski hatten sie zwei Satzbälle (24:22). Das beeindruckte die Berliner allerdings nicht. Enard brachte Linus Weber, um den eigenen Block zu stärken – und dem 19-Jährigen gelang der vorentscheidende Einer-Block zum 25:24. Jendryk ließ einen weiteren Block zum Satzgewinn folgen.

Die Stammformation der Volleys startete wieder in den zweiten Durchgang, aber Patch fand gar nicht ins Spiel. Der US-Nationalspieler kam im Angriff kaum durch, war in eigenen Abwehrsituationen unkonzentriert und schwächelte auch im Aufschlag. So lagen die Gastgeber früh mit drei Punkten zurück (4:7, 10:13). Allerdings gelang Georg Klein schließlich eine überragende Aufschlagsserie. Die Volleys gingen in Führung (14:13) und dann wurde es turbulent. Weil Hachings Gelinski über eine Schiedsrichterentscheidung zu sehr meckerte, erhielt er die Rote Karte – was im Volleyball einen Punkt für den Gegner bedeutet. Mittelblocker Klein schlug weiter geschickt auf und mit weiteren erfolgreichen Blockaktionen lagen die Berliner 18:13 vorne. Nun war auch Patch voll da. Mit wuchtigen Angriffsschlägen führte er sein Team zum 25:19-Gewinn des zweiten Satzes.

Adam White schlägt famos auf

Danach hatten die Volleys jedoch besonders im Angriff Probleme. Hinzu kamen viele Fehler im Aufschlag - und so mussten sie wieder schnell einem deutlichen Rückstand hinterherrennen (6:11). Dank einer cleveren Aufschlagsserie von Grankin holten sie zwar kurzzeitig auf (10:11), aber weil die Alpenvolleys weiter hohen Druck im Aufschlag erzeugten, war das Team aus Unterhaching und Innsbruck bald wieder mit 15:11 vorne. Enard reagierte und brachte Russell für Patch sowie Kühner für Grankin. Doch der Wechsel zahlte sich nicht sofort aus, die Alpenvolleys bauten die Führung auf 20:15 aus. Plötzlich unterliefen ihnen aber einfache Fehler, die Berliner holten auf. Dann kam Adam White ins Spiel und der Australier schlug famos auf (23:22). Gleich den ersten Matchball nutzten die Berliner – mit einem umjubelten Dreierblock (25:23). Und Enard verteilte sein Lob auch mündlich an jeden Spieler.

Zur Startseite