Rausgerutscht. Roger Federer verliert den Halt und das Spiel gegen Kevin Anderson. Foto: Andrew Boyers/Reuters
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Viertelfinale in Wimbledon Roger Federer scheitert sensationell

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Gegen Kevin Anderson holt der Schweizer die ersten beiden Sätze - und verpasst den Einzug ins Halbfinale nach einem echten Tennis-Krimi dennoch.

Ein letztes Mal stellte sich Tennis-Star Roger Federer bereit, seine Frau Mirka mochte auf der Tribüne nicht mehr hinsehen. Mit einer Mischung aus Erstaunen und Entsetzen verfolgten die Zuschauer in Wimbledon, wie die geblockte Rückhand des Top-Favoriten ins Aus flog. Überraschend verpasste der Titelverteidiger am Mittwoch nach einem ausgelassenen Matchball und trotz einer 2:0-Satzführung den Einzug ins Halbfinale. Mit dem 6:2, 7:6 (7:5), 5:7, 4:6, 11:13 gegen den Südafrikaner Kevin Anderson endeten seine Hoffnungen, am Sonntag zum neunten Mal das berühmte Tennis-Turnier zu gewinnen.

„Es war einfach nicht einer meiner besten Tage. Es ist einer dieser durchschnittlichen Tage, an dem du versuchst, das Match zu gewinnen“, sagte Federer. „Ich habe es nicht hinbekommen. Es ist enttäuschend. Jetzt fühle ich mich schrecklich müde, einfach furchtbar.“

Mit gesenktem Kopf hatte sich der Schweizer von dem Grand-Slam-Turnier verabschiedet, dem er in den vergangenen Monaten alles untergeordnet hatte. Gegen den US-Open-Finalisten von 2016 hätte Federer bei 5:4 im dritten Satz die Viertelfinalpartie zu seinen Gunsten entscheiden können, ließ aber einen Matchball aus.

Im entscheidenden fünften Satz lag Federer stets vorn, doch Anderson zog auch dank seiner insgesamt 28 Asse immer wieder nach. Bei 11:11 war es dann der achtmalige Wimbledon-Gewinner, der als Erster patzte. Mit seinem ersten Doppelfehler und einer Vorhand ins Netz ermöglichte er Anderson, zum Matchgewinn aufzuschlagen. Nach 4:14 Stunden musste Federer seinem Gegner zu gratulieren. „Ich habe das nicht kommen sehen. Ich habe mich im Training gut gefühlt“, sagte der Baseler. „Natürlich ist es das Ziel, im nächsten Jahr wieder zu kommen.“

Vorbei sind seine Träume, schon am Sonntag mit dem neunten Wimbledon-Titel mit der früheren Weltklassespielerin Martina Navratilova gleichzuziehen. Mit acht Titeln war Federer bei den Herren schon im Vorjahr zum alleinigen Rekordhalter aufgestiegen.

Erfolgreich gestreckt. Kevin Anderson dreht nach zwei Sätzen auf - und am Ende auch das Spiel. Foto: Oli Scarff/AFP
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In den ersten Runden war Federer kaum gefordert gewesen, dann kam Anderson. Am Tag vor dem historischen Halbfinal-Tag aus deutscher Sicht mit Angelique Kerber und Julia Görges trat der 20-fache Grand-Slam-Sieger erstmals seit drei Jahren in Wimbledon nicht auf dem Centre Court an. Auf dem ungewohnten Platz 1 erlaubte sich Federer nach einem starken Beginn im zweiten Satz eine Schwäche, machte ein 0:3 aber wett und lag mit zwei Sätzen vorn. Erstmals seit seinem Halbfinal-Aus vor zwei Jahren gab der Schweizer bei seinem Lieblingsturnier anschließend wieder einen Satz ab.

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Nach dem ersten Satz habe er sich nie bei 100 Prozent gefühlt, erklärte Federer. „Ich habe mich nicht sehr wohl gefühlt von der Grundlinie. Es war einfach einer der Tage, an dem du hoffst, irgendwie durchzukommen.“ Erst zum zweiten Mal nach 2011 verlor er in Wimbledon eine Partie nach einer 2:0-Satzführung. Zu einem von vielen Fans erhofften Endspiel gegen seinen spanischen Dauerrivalen Rafael Nadal wird es damit nicht kommen.

Statt des Rekord-Grand-Slam-Siegers tritt nun der an acht gesetzte Anderson als erster Südafrikaner seit Kevin Curren 1983 im Halbfinale an. Als Curren zwei Jahre später gegen Boris Becker verlor, hatte er bereits die amerikanische Staatsbürgerschaft. Am Freitag trifft der 32-jährige Anderson auf den Kanadier Milos Raonic oder John Isner aus den USA. „Hier Roger Federer zu schlagen, daran werde ich mich sicher immer erinnern“, sagte Anderson.

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Auch der wieder erstarkende serbische Tennisprofi Novak Djokovic spielt dann um einen Platz im Finale. Im Viertelfinale bezwang der frühere Schützling von Boris Becker den Japaner Kei Nishikori 6:3, 3:6, 6:2, 6:2. Djokovic fordert nun den spanischen French-Open-Gewinner Rafael Nadal heraus, der sich in einem dramatischen Match in fünf Sätzen gegen Juan Martin del Potro durchsetzte. (dpa)

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