Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Nach dem Sieg in Freiburg feierten die Spieler noch etwas zurückhaltend. Das dürfte am Samstag anders werden. Foto: Sportfoto Rudel
© Sportfoto Rudel

Unions letzter Ritt gegen Bochum Der Balkon wartet

Mit einem Heimsieg über den VfL Bochum zieht der 1. FC Union in die Europa League ein. Gefeiert wird aber so oder so in Köpenick.

Christian Arbeit musste etwas schmunzeln, als er die geplanten Abläufe durchdeklinierte. „Wir haben den Balkon ja extra dafür gebaut, damit er auch mal benutzt werden kann“, sagte Unions Stadion- und Pressesprecher. Am Samstag um 18.30 Uhr, eine gute Stunde nach Abpfiff des letzten Saisonspiels, wird sich die Mannschaft des 1. FC Union dort den Fans präsentieren und gemeinsam die Qualifikation für den Europapokal feiern.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die große Party auf Balkon und Parkplatz aufgrund des dramatischen Saisonfinales eher spontan verlief, sind die Berliner nun bestens vorbereitet. Es muss schließlich auch Vorteile haben, wenn man seine Ziele vorzeitig erreicht.

Mit einem Heimsieg gegen Bochum (Anpfiff 15.30 Uhr, Sky) qualifiziert sich Union sicher für die Gruppenphase der Europa League, bei einem Remis oder einer Niederlage könnte der 1. FC Köln noch vorbeiziehen. In diesem Fall müssten sich die Berliner mit der Conference League begnügen.

Es wäre ein kleiner Wermutstropfen am Ende einer dennoch überragenden Saison. „Sich noch mal zu verbessern gegenüber der letzten Spielzeit ist ja schon ein Wahnsinn“, sagte Urs Fischer. Mit 54 Punkten hat Union bereits vier mehr gesammelt als in der vergangenen Saison.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Unions Trainer wirkte vor dem wichtigen letzten Spiel ruhig wie immer und auch bei seiner Mannschaft hat er keine übermäßige Nervosität festgestellt. „Die Mannschaft ist im Fokus, sie ist bereit“, sagte Fischer. „Da hilft uns auch das Spiel gegen Fürth, wo wir vielleicht etwas gehemmt waren.“

Solch eine Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen den Absteiger darf sich Union nicht noch einmal erlauben und die Warnung ist angebracht. Denn auch wenn die Gründe völlig unterschiedlich sind, kann Bochum genau wie die Fürther zwei Wochen zuvor völlig ohne Druck ins Spiel gehen.

Das lässt sich von den Berlinern nicht sagen, doch Fischer sieht darin eher eine Motivation als ein Hemmnis. Natürlich wisse die Mannschaft, dass es um viel geht, aber „das ist ein positiver Druck, weil du etwas gewinnen kannst“, sagte der Schweizer. Die Europa League wäre für den Verein nicht nur aus finanzieller Sicht ein noch größerer Erfolg als die Qualifikation für die Conference League in der vergangenen Saison.

„Die Europa League ist schon noch eine Stufe höher“, sagt Urs Fischer

Auch Fischers Arbeit würde es erleichtern, wenn sich Union die zwei Play-off-Spiele im August sparen und im September direkt in die Gruppenphase einsteigen könnte. Zumal die Sichtbarkeit im Vergleich mit der Conference League noch mal deutlich größer ist für einen kleinen Verein wie Union. „Wir hatten mit Rotterdam und Prag schon eine sehr attraktive Gruppe, aber die Europa League ist schon noch eine Stufe höher“, sagte Fischer.

Gegen Bochum muss der Trainer auf den verletzten Torwart Frederik Rönnow und Verteidiger Timo Baumgartl (operative Entfernung eines Hodentumors) verzichten. Ob Abwehrspieler Dominique Heintz rechtzeitig fit wird, ist fraglich. „Das wäre wichtig für uns, weil wir gerade in der zentralen Verteidigung dünn besetzt sind“, sagte Fischer, der zuletzt Julian Ryerson in die Dreierkette beordern musste.

Großer Veränderungen sind nach der starken Leistung beim 4:1 in Freiburg vor einer Woche nicht zu erwarten – weder personell noch anderweitig. „Wir werden das Spiel so angehen, wie wir es immer angehen“, sagte Fischer. Der Trainer wird sich während der 90 Minuten über den Zwischenstand von Verfolger Köln informieren lassen.

Da die Berliner alles in der eigenen Hand haben, wollen sie sich jedoch erst gar nicht auf Taktierereien einlassen. „Wir wollen gewinnen“, sagte Fischer.

Zur Startseite