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Der Angreifer Kevin Clark kehrt nach Deutschland zurück. Foto: imago images/Andreas Haas
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Trainingsauftakt vor bis zu 1000 Fans Mit diesen Neuzugängen wollen die Eisbären wieder an die Spitze

Die Eisbären dürfen wieder Zuschauer empfangen und neue Spieler begrüßen. Zahlreiche bekannte Gesichter werden auf dem Eis allerdings fehlen.

Nach einer langen, erzwungenen Trennung ist das Wiedersehen umso schöner. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei den Eisbären Berlin und ihren Fans: Am Donnerstagabend soll es ein Ende haben mit den leeren Rängen, an die sich die Profis des deutschen Eishockey-Meisters im vergangenen Jahr nie wirklich gewöhnen mochten.

Zum ersten Mannschaftstraining nach der Sommerpause darf der Klub laut Hygienekonzept bis zu 1000 Zuschauer im Wellblechpalast empfangen (Beginn 18 Uhr, live auf Youtube). Interessierte mussten sich vorab registrieren und den „3G-Richtlinien“ entsprechen, also entweder nachweislich von einer Corona-Erkrankung genesen, vollständig geimpft oder negativ auf das Virus getestet sein.

Der Trainingsauftakt vor Publikum ist ein Neuanfang nach einer seltsamen Saison. Nur am Bildschirm konnten die Anhänger verfolgen, wie die Eisbären ihren lange herbeigesehnten achten Titel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erkämpften. Lediglich ein paar Pressevertreter, Funktionäre und Mitarbeiter waren in der Arena am Ostbahnhof dabei, als Kapitän Frank Hördler vor knapp drei Monaten nach dem entscheidenden Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg den Meisterpokal in die Höhe stemmte.

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Ausverkauft war die Halle zuletzt im März 2020, ehe die Pandemie den vorzeitigen Saisonabbruch erzwang. Danach durften die Eisbären bei zwei Testspielen im Herbst noch einmal je 214 Zuschauer einlassen, bevor die nächste Corona-Welle auch solche Minikulissen unmöglich machte.

Schwere Verluste

Nun soll langsam wieder Normalität einkehren – auch wenn immer noch nicht absehbar ist, wann im deutschen Eishockey wieder vor vollen Rängen gespielt wird. Einige Schlüsselspieler der Meistermannschaft dürften am Donnerstag zumindest eine Ahnung davon bekommen, was ihnen bisher in Berlin entgangen ist. So werden etwa Matt White, Zach Boychuk oder Simon Després erstmals leibhaftige Eisbären-Fans hinter der Bande erleben. Zahlreiche altbekannte Gesichter werden hingegen auf dem Eis fehlen – zehn Profis verließen den Verein, weil ihre Verträge nicht verlängert wurden oder neue Herausforderungen lockten.

Schwer wiegen dürfte der Verlust von Lukas Reichel, der mit seinen Nationalmannschaftskollegen Marcel Noebels und Leo Pföderl über weite Strecken der vergangenen Saison die überragende Angriffsreihe bildete. Der 19-Jährige unterschrieb bei den Chicago Blackhawks und darf nun auf eine große Karriere in der National Hockey League (NHL) hoffen: Vor knapp zehn Monaten hatte ihn sein neues Team bereits in der ersten Runde des jährlichen Drafts ausgewählt.

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Dass Reichel dann noch eine Saison in Berlin spielen durfte, tat sowohl ihm als auch den Eisbären gut. Gen Nordamerika verabschiedete sich mit Haakon Hänelt auch ein weiteres Talent: Der 18 Jahre alte Angreifer fasste in der vergangenen Saison im Profiteam Fuß, wurde im NHL-Draft vor wenigen Tagen von den Washington Capitals ausgewählt und wird in der kommenden Saison für die Gatineau Olympiques in der kanadischen Juniorenliga QMJHL auflaufen. Abgewandert ist auch der stürmende Verteidiger Ryan McKiernan, der zum wertvollsten Spieler der DEL-Playoffs gewählt wurde. Der US-Amerikaner schloss sich dem schwedischen Erstligisten Rögle BK an.

Kevin Clark kommt

Zu den bislang fünf gestandenen Neuzugängen zählt neben dem erfahrenen Verteidiger Morgan Ellis, der in der Halbfinalserie gegen den ERC Ingolstadt noch auf Seiten des Gegners großen Eindruck machte, auch der inzwischen 33 Jahre alte Angreifer Kevin Clark, der in der Saison 2014/15 in Diensten der Hamburg Freezers Torschützenkönig der DEL-Hauptrunde und danach zum besten Spieler der Liga gewählt wurde. Nach Stationen in Lettland, Schweden und der Schweiz kehrte er nun nach Deutschland zurück.

Trainer Serge Aubin bleiben gut drei Wochen Zeit, um bis zum ersten Pflichtspiel aus verbliebenen Profis, Zugängen und einigen Talenten wieder ein Erfolgsteam zu formen: Am 27. August gastiert die finnische Spitzenmannschaft Tappara Tampere zum Auftakt der Champions Hockey League (CHL) in Berlin. Die Mission Titelverteidigung in der DEL beginnt dann zwei Wochen später mit einem Heimspiel gegen RB München.

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