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Oliver Glasner hat den VfL Wolfsburg nach sechs Jahren wieder in die Champions League geführt, wechselt nun aber nach Frankfurt. Foto: Odd ANDERSEN/AFP
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Trainerwechsel bei den Top sechs der Bundesliga Eine Frage von Macht und Perspektive

Oliver Glasner verlässt den VfL Wolfsburg trotz der Champions-League-Qualifikation. Damit folgt der Österreicher einem Trend. Ein Kommentar.

Eine Überraschung ist es sicher nicht, was der „Kicker“ am Mittwoch berichtete und beide Vereine kurz darauf bestätigten: Oliver Glasner verlässt den VfL Wolfsburg und wird neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt. Damit gibt der 46-jährige Österreicher dem kuriosen Trainerkarussell dieses Sommers eine weitere Drehung. Denn die ersten sechs Vereine der Abschlusstabelle werden allesamt mit neuen Trainern in die kommende Saison gehen.

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Die Auslöser für die personellen Veränderungen sind im Detail unterschiedlich. Abgesehen von Leverkusen, wo Peter Bosz aus sportlichen Gründen entlassen wurde und Interimstrainer Hannes Wolf nun Platz macht für Gerardo Seoane, lässt sich aber eine Gemeinsamkeit feststellen: Die Trainer haben mittlerweile mehr Macht oder sie fordern sie ein.
Glasner führte Wolfsburg zum ersten Mal seit sechs Jahren in die Champions League, sein Verhältnis zu Manager Jörg Schmadtke war aber schon seit Monaten irreparabel geschädigt. Grund soll unter anderem die Forderung des Trainers nach mehr Mitsprache in Transferfragen gewesen sein. Als Nachfolger wird Mark van Bommel gehandelt. Auch in München waren Unstimmigkeiten zwischen sportlicher Führung und Trainer die Gründe für den Abschied von Hansi Flick.

In den übrigen Fällen hatten die Trainer einfach die stärkere Position als ihre Arbeitgeber. Julian Nagelsmann, Marco Rose und Adi Hütter entschieden sich für die aus ihrer Sicht bessere sportliche (und finanzielle) Perspektive und wurden von ihren neuen Klubs für viel Geld aus laufenden Verträgen herausgekauft. Dass mittlerweile auch Trainer ihre Karriereplanung so offensiv vorantreiben, trägt sicher nicht zur Kontinuität auf dieser entscheidenden Position bei. Zum Vorwurf machen sollte man es den Fußballlehrern aber nicht. Schließlich gingen alle zwölf Trainerwechsel in der abgelaufenen Saison von den Klubs aus.

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