Alles im Blick. Nina Mittelham macht den TTC Eastside besser. Foto: dpa
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Tischtennis Wie Nina Mittelham den TTC Eastside besser macht

Seit Nina Mittelham für den TTC Eastside an der Platte steht, läuft es bei dem Berliner Klub. Dafür nimmt die 22-Jährige auch diverse Bahnreisen in Kauf.

Sportlich lief es perfekt. Nina Mittelham holte bei den deutschen Tischtennis-Meisterschaften in Wetzlar am Wochenende überraschend die Titel im Einzel und Doppel. Danach wollte die Rheinländerin, die in Willich bei Düsseldorf wohnt, Karneval feiern. Das Ganzkörper-Kuhkostüm lag bereit. Doch Mittelham hatte sich aus Wetzlar nicht nur die zwei Titel mitgebracht, sondern auch eine Erkältung. Das Kostüm der 22-Jährigen kam daher nur kurz zum Einsatz.

Schonung war angesagt, denn der Terminkalender sieht keine Pause vor. Sondern den nächsten Höhepunkt – und gleichzeitig eine hohe Hürde. Am Freitag trifft Mittelham mit dem TTC Eastside im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf Titelverteidiger STK Dr. Casl aus Zagreb (18 Uhr, Große Spielhalle Paul-Heyse-Straße). Namensgeber Dr. Casl, Vorname Martin-Tino, ist ein kroatischer Naturwissenschaftler und seit 2008 Präsident des Vereins. „Wir sind Außenseiter, aber nicht chancenlos“, sagt Nina Mittelham. „Wir müssen nicht unbedingt gewinnen. Das ist unser Vorteil“, ergänzt Eastsides Präsident Alexander Teichmann. Die Halbfinal-Teilnahme war vor der Saison als Ziel ausgegeben worden.

Teichmann bezeichnet die Verpflichtung Mittelhams als „Glücksgriff“

Dass die Berlinerinnen noch dabei sind und nach dem verlorenen nationalen Pokalfinale nicht gleich den nächsten Rückschlag erlitten, „haben wir zu einem Großteil Nina zu verdanken“, sagt Teichmann. Mittelham holte im Viertelfinale bei SKST Hodonin in Tschechien beim 1:3 den einzigen Punkt. Das Rückspiel endete 3:0. Davor holperte Eastside etwas durch die Saison, seitdem läuft es.

Teichmann bezeichnet die Verpflichtung Mittelhams als „Glücksgriff“. Der wichtige Punkt in Tschechien ist dabei nur ein Mosaikstein. Bei ihrem vorigen Verein TuS Bad Driburg spielte sie oft gut, hatte aber auch Leistungsschwankungen. Seit ihrem Wechsel zur aktuellen Saison ist sie mit Kristin Lang Doppel-Europameisterin geworden, hat sich in der Bundesliga mit einer 15:2-Einzelbilanz zur Leistungsträgerin entwickelt und nun bei den Titelkämpfen abgeräumt. Dort gewann sie im Endspiel gegen die favorisierte Petrissa Solja. „Dieser Sprung in so kurzer Zeit hat mich selbst ein bisschen überrascht“, sagt Mittelham. Momentan passt alles: Sie ist verletzungsfrei und der Druck, im hochkarätig besetzten Eastside-Team bestehen zu müssen, hemmt nicht, sondern macht sie immer besser.

Zunächst hatte Mittelham überlegt, ob sie Bad Driburg verlassen soll, wo sie sechs Jahre gespielt hatte und sich sehr wohlfühlte. „Letztlich habe ich die Chance gesehen, mich weiterzuentwickeln. Der Schritt war richtig.“ Dafür nimmt die mehrfache Nachwuchs-Europameisterin auch die vielen Fahrten gern in Kauf. Sie trainiert weiterhin im Leistungszentrum in Düsseldorf, reist zu den Spielen in Berlin mit der Bahn an. Das sei an sich kein Problem, Mittelham fährt gerne Zug. Nur eines wünscht sie sich für die Zukunft. „Weniger Verspätungen bei der Bahn.“

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