Aller Protest hilft nicht. Schalke kassierte durch einen umstrittenen Elfmeter das 1:1 gegen den FC Porto. Foto: REUTERS/Leon Kuegeler
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Technik im Fußball Der Videobeweis muss einheitlich eingesetzt werden

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In der Bundesliga gibt es den Videobeweis, im Pokal erst ab dem Viertelfinale und im Europapokal gar nicht. Das stiftet nur Verwirrung. Ein Kommentar.

Salif Sané sprintete in Richtung Schiedsrichter und malte mit seinen Zeigefingern das mittlerweile allseits bekannte Rechteck in die Luft. Die Geste war klar, der Schalker Innenverteidiger wollte den Schiedsrichter zum Anschauen des Videobeweises animieren. Dumm nur für den Bundesligisten: In der Champions League gibt es dieses technische Hilfsmittel nicht. Dass gerade der kommerzialisierteste und wichtigste Klubwettbewerb der Welt bewusst auf dieses Mittel verzichtet, ist nicht nur für die Spieler kaum verständlich.

Bei aller – berechtigten – Kritik am Videobeweis, ist es auch den Verantwortlichen und Fans schwer vermittelbar, wenn die technischen Möglichkeiten in jedem Wettbewerb unterschiedlich gehandhabt werden. In der Liga ja, im DFB-Pokal ab dem Viertelfinale, im Europapokal gar nicht. Da kommt nicht nur Sané durcheinander. Schalkes Manager Christian Heidel fragte sich angesichts des äußerst umstrittenen zweiten Elfmeters gegen sein Team - bei dem auch nach mehrmaliger TV-Wiederholung nicht klar wurde, ob Naldo seinen Gegenspieler überhaupt berührt hatte - was wohl die Gegner des Videobeweises zu der Szene zu sagen hätten.

Die Schalker waren nicht die einzigen, die mit einer Entscheidung haderten. Auch Jürgen Klopps Liverpool hatte Pech, dass das Schiedsrichtergespann vor dem ersten Pariser Tor eine klare Abseitsstellung von Edison Cavani übersah. Hier hätte der Videoassistent sicher eingegriffen, der bei der Uefa eingesetzte zusätzliche Torschiedsrichter war hingegen machtlos. Die Diskussion um die Technik im Fußball geht ohnehin weiter – und Kritiker wie Befürworter haben durchaus gute Argumente. Für alle Beteiligten bleibt nur zu hoffen, dass sich die Fußballverbände zumindest auf eine Richtung einigen. Sonst blickt irgendwann niemand mehr durch – und die Spieler malen munter weiter Rechtecke in die Luft.

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