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Viele Sportfans haben mehrere Pay-TV-Angebote abonniert, um alle Spiele ihres Vereins verfolgen zu können. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Streamingdienst Dazn verdoppelt die Preise Mit Sportfans kann man's ja machen

Dass Dazn nach dem Kauf teurer Fußballrechte die Preise erhöhen würde, war klar. Doch der Sprung von 14,99 Euro auf 29,99 ist zu happig. Ein Kommentar.

Preissteigerungen sind momentan leider keine Seltenheit. Die Inflation wirkt sich nahezu überall spürbar aus, ob an der Tankstelle oder im Supermarkt. Der Streaminganbieter Dazn hat nun jedoch eine schlagkräftige Bewerbung für den Titel als Preistreiber des Jahres abgegeben. Am Dienstag kündigte das Unternehmen an, dass Neukunden ab Anfang Februar 29,99 Euro statt 14,99 zahlen. Eine Verdopplung des Preises, da können nicht mal Heizöl oder Gas mithalten. Bestehende Abonnenten sind nicht betroffen, zumindest bis Ende Juli. Dann wird es wohl auch für sie teurer.

Es war klar, dass Dazn die vergleichsweise günstigen Preise perspektivisch erhöhen würde, erhöhen muss. Die Plattform war 2016 in Deutschland für 9,99 Euro pro Monat gestartet und hat ihr Angebot seitdem immer weiter ausgebaut. Mittlerweile zahlt Dazn pro Jahr Rechtegebühren in dreistelliger Millionenhöhe.

Die englische Premier League läuft zwar wieder bei Konkurrent Sky, aber die Ligen aus Italien und Spanien, mittlerweile Bundesliga und Champions League sowie US-Sport haben insbesondere viele junge, streamingaffine Sportfans überzeugt. Gerade sie dürfte die Preisverdopplung besonders treffen. In den Sozialen Medien kündigten bereits viele Nutzer ihre Kündigung an.

Aus unternehmerischer Perspektive ist die Preiserhöhung verständlich. Wenn das Angebot erweitert wird und die Kosten steigen, muss das finanziert werden. Da ist Dazn auch nur ein Rädchen im Milliardengeschäft Profisport. Doch am Ende bleibt mal wieder das Gefühl: Mit den Sportfans kann man es ja machen. Sie zahlen ohnehin schon Unsummen für Trikots und (wenn möglich) Stadionbesuche, brauchen diverse Pay-TV-Abos. Allein um alle Spiele der Bundesliga zu sehen, sind dann monatlich deutlich mehr als 50 Euro fällig. Wie war das noch mal mit der Demut, von der im Profifußball zu Beginn der Pandemie so gerne gesprochen wurde?

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