Tatort Golfplatz. Der Kurs "Coldwater Golf Links" in der US-Stadt Ames ist geschlossen, nachdem die Golf-Europameisterin Celia Barquín dort tot aufgefunden wurde. Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa
p

Spanischer Verband geschockt Golfstar ermordet

1 Kommentare

"Sie war eine Spielerin, die es zweifellos an die Spitze geschafft hätte", sagt ein Funktionär. Nun ist die 22-jährige Spanierin Celia Barquín tot.

Nach dem gewaltsamen Tod der spanischen Golferin Celia Barquín im US-Bundesstaat Iowa kommen immer mehr grausige Details ans Licht. Die 22-Jährige, die erst vor wenigen Wochen den Titel als Amateur-Europameisterin gewonnen hatte, war am Montag am hellichten Tag auf einem Golfkurs vermutlich erstochen worden. 

Ihre Leiche wurde an einem Wasserloch auf dem Golfplatz „Coldwater Golf Links“ in der Stadt Ames entdeckt. Ob Barquín zuvor sexuell missbraucht wurde, ließ die Polizei offen - aber vieles deutet darauf hin.

Als Tatverdächtiger wurde ein Obdachloser festgenommen, der zuletzt im Wald neben dem Golfplatz gehaust hatte. Einem Zeugen zufolge habe der - ebenfalls 22 Jahre alte - Mann vor der Tat gesagt, er spüre „das Verlangen, eine Frau zu vergewaltigen und zu töten“. Auf der Suche nach Indizien seien blutbeschmierte Kleidung im Rucksack des polizeibekannten Obdachlosen und ein Messer gefunden worden.

Verdächtig seien auch frische Kratzer im Gesicht und eine Schnittwunde an der linken Hand des Mannes, sagte Polizeichef Geoff Huff auf einer Pressekonferenz. Ein Augenzeuge, der den Mann kennt, sagte den Ermittlern, der Festgenommene sei mit Blut, Wasser und Sand bedeckt zu ihm gekommen, um sich zu waschen.

"Hervorragende Teamplayerin"

Der zuständige Richter hat Medienberichten zufolge nach einem kurzen Verhör eine Kaution von fünf Millionen US-Dollar für den Verdächtigen festgelegt. Am 28. September soll die Vorverhandlung beginnen.

Barquín war zum Zeitpunkt des Verbrechens allein auf dem Golfplatz. Ihre Leiche wies Stichwunden am Oberkörper, Hals und Kopf auf, wie Huff sagte. Wahrscheinlich wurde sie nur zufällig Opfer der Bluttat.

Die Golfsportlerin stammte aus Santander in der nordspanischen Region Kantabrien und studierte Bauingenieurwesen an der Universität von Iowa, wo sie auch zur „Studentin des Jahres“ gewählt worden war. Erst Ende Juli hatte sie in der Slowakei die Europameisterschaft bei den Amateurinnen gewonnen.

Der spanische Golfverband zeigte sich geschockt und würdigte Barquín als „hervorragende Teamplayerin“ und brillante Golferin. „Sie war eine Spielerin, die es zweifellos an die Spitze geschafft hätte“, zitierte die Zeitung „El País“ den Sportdirektor des Verbandes, Nacho Gervás. Universitäts-Trainerin Christie Martens sagte, ihr Schützling sei „ein wunderbarer Mensch“ gewesen. „Sie wurde von allen Teamkollegen und Freunden geliebt.“ (dpa)

Zur Startseite