Zum Brüllen. Beim Saisonstart dürfte Angreifer Patch (m.) fehlen. Foto: Gora/dpa
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Sorgen vor neuer Saison Jährlich grüßt das Murmeltier bei den BR Volleys

Jedes Jahr das Gleiche: Die Saisonvorbereitung der Volleys gestaltet sich schwierig. Schuld ist laut Manager Niroomand der Weltverband.

Kaweh Niroomand kennt die Situation leidlich gut. Die Spielzeit hat noch längst nicht begonnen (erstes Bundesligaspiel am 12. Oktober bei den Netzhoppers), aber die Sorgen sind schon groß. „Schlechter geht's nicht“, schimpft der Manager der BR Volleys. Er meint die anstehende Saison-Vorbereitung. Die ist mal wieder schwierig. Am 19. August ist Trainingsauftakt beim aktuellen Deutschen Meister. Aber wie bei weltweit wohl jedem ambitionierten Volleyballklub mit Nationalspielern in seinen Reihen wird es eine Vorbereitung mit dezimierter Mannschaft werden.

„Ich prangere den Spielkalender ja seit Jahren an“, sagt Niroomand. Tatsächlich machen es die internationalen Volleyballverbände schwer für die Klubs. In den Monaten und Wochen vor Beginn des Ligabetriebs reiht sich ein Wettbewerb auf Nationalmannschaftsebene an den anderen. In diesem Jahr fand bereits die Nations League von Ende Mai bis Mitte Juni statt. Im September ist die Europameisterschaft in Belgien, Niederlande, Frankreich und Slowenien. Und im Oktober steht der World Cup in Japan an.

Das alles bedeutet für die Volleys: Es werden jede Menge Spieler fehlen. Im September werden aller Voraussicht nach Moritz Reichert und Julian Zenger die EM spielen, und im Oktober dürften Benjamin Patch, Jeffrey Jendryk und vielleicht sogar Neuzugang Kyle Ensing im Kader der US-Amerikaner stehen und wären damit beim Ligastart der Volleys nicht dabei. „Das ist die Politik des Volleyball-Weltverbandes. Es fällt mir schwer, das zu akzeptieren“, sagt Niroomand.

Insofern verwundert es nicht, dass die vergangenen Spielzeiten für die Berliner zu Beginn recht holprig verlaufen waren – am Ende sprang trotzdem meist der Titel heraus. Auch in dieser Saison stehen die Chancen trotz des eng getakteten Terminkalenders gut. „Bis auf unseren Libero konnten wir unsere Stammspieler halten“, sagt Niroomand. Selbst der Ausnahmespieler Sergej Grankin konnte weiter engagiert werden.

Budget soll rund zwei Millionen Euro betragen

Neu dabei sind neben Ensing und Zenger die beiden US-Amerikaner Cody Kessel und der am Freitag verpflichtete John Thomas Hatch. Zudem sollen in Kürze noch ein Libero sowie ein Zuspieler den Kader komplettieren. Das Budget soll laut Manager Niroomand wie schon in der vergangenen Saison bei zwei Millionen Euro liegen.

Damit dürften die Berliner monetär zusammen mit dem ewigen Rivalen VfB Friedrichshafen an der Spitze liegen. Die Süddeutschen schweigen seit jeher über ihren Etat. Das tut Hannes Kronthaler nicht. Der österreichische Unternehmer und Manager der Alpenvolleys beziffert den Etat des Klubs auf rund 1,5 Millionen Euro. Aus Kronthalers Team ist ein Titelkandidat erwachsen. Manager Niroomand gefällt die neue Konkurrenz.

Er will, dass der Volleyball in Deutschland vorankommt – mit vielen Top-Teams. Aber Niroomand will ganz sicher auch, dass alles beim Alten bleibt, wenn es um den Meistertitel geht. „Das ist unser vorrangiges Ziel“, sagt er. Mit dem Titel wäre sicher auch der Groll über den Weltverband verflogen. Zumindest bis zur nächsten Saison.

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