Lukas Kleckers steht in der Weltrangliste auf Platz 122. Das reicht im Moment nicht, um sicher bei den Profis weiterspielen zu können. Foto: dpa
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Snooker-Weltmeisterschaft Lukas Kleckers träumt weiter vom Crucible

WM-Endrunde verpasst, Spielberechtigung auf der Main Tour verloren: Trotzdem gibt Deutschlands bester Snookerspieler Lukas Kleckers nicht auf.

Am Donnerstag hat Lukas Kleckers seinen Auftritt bei der Snooker-WM. Allerdings nicht als Spieler, der Deutsche kommentiert an der Seite von Rolf Kalb bei Eurosport den sechsten Tag der Weltmeisterschaft. Der 22-jährige Essener hätte noch viel lieber selbst im Crucible Theatre am Tisch gestanden. Doch er scheiterte vor ein paar Tagen in der ersten Qualifikationsrunde am Chinesen Yan Bingtao. Dass er die WM erneut nur als Zuschauer verfolgen kann, musste Kleckers erst einmal verarbeiten.

Das Aus in der Qualifikation war gleichbedeutend mit dem Verlust der Spielberechtigung für die Profi-Tour. Kleckers hat in den vergangenen zwei Jahren nicht genug Weltranglistenpunkte sammeln können und muss sich nun über den Umweg der so genannten Qualifying-School erst wieder einen Platz unter den besten Spielern der Welt sichern. „Ich gebe nicht auf. Auch weil ich mich in den letzten beiden Jahren gut entwickelt habe“, sagt Kleckers.

Spielerisch hat er tatsächlich Fortschritte gemacht, dreimal schaffte er es immerhin in die dritte Runde eines Turniers und konnte so etwas mehr als 15.000 Euro Preisgeld erspielen. Viel ist das allerdings nicht, allein bei der WM in Sheffield hätte er bei der Qualifikation für die Endrunde schon 23.000 Euro sicher gehabt. Auch deshalb sagt Kleckers: „Die Situation ist weit davon entfernt, entspannt zu sein.“ Er müsse von Monat zu Monat denken und ohne Unterstützung könnte er sich als Snooker-Profi kaum über Wasser halten.

Trotzdem bleibt Kleckers optimistisch und will sein Glück weiter versuchen. Denn der Sport hat ihm auch viele schöne Momente beschert. 2017 schlug er bei den Riga Open sensationell Neil Robertson – für ihn „ein größeres Highlight als irgendwann im Crucible zu spielen“. Der frühere Weltmeister aus Australien gilt nach dem sensationellen Ausscheiden von Ronnie O’Sullivan bei den aktuellen Titelkämpfen in Sheffield jetzt als der Topfavorit. Auch für Lukas Kleckers: „Bei ihm stimmt diesmal einfach alles.“

Über die Q-School will sich Kleckers wieder für die Main Tour qualifizieren

Dass der Deutsche irgendwann auch einmal ein Kandidat für den WM-Titel ist, erscheint im Moment beinahe undenkbar. Andererseits ist es normal, dass es ein bisschen dauert, bis sich ein Spieler im Kreis der Besten etabliert hat. In den aktuellen Top Ten der Weltrangliste sind nur zwei Profis jünger als 30 Jahre. Kleckers hat also noch ein bisschen Zeit. Allerdings wird der Druck, irgendwann nicht mehr nur Zuschauer bei großen Events wie der Weltmeisterschaft zu sein, von Jahr zu Jahr größer. Und unter Druck gewinnen zu müssen, funktioniert selten. Immerhin: „Ich habe einen Plan B im Hinterkopf“, sagt Kleckers – und ergänzt: „Im Moment aber gilt meine volle Energie dem Sport.“

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