Serena Williams feuerte vor Wut ihren Schläger durch die Gegend. Foto: AFP
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Serena Williams im US-Open-Finale Auch verlieren will gelernt sein

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Im Finale der US Open war Naomi Osaka Serena Williams überlegen. Doch der US-Amerikanerin gelang es, geschickt davon abzulenken. Ein Kommentar.

Man könnte es jetzt ganz kurz machen: Serena Williams hatte keine Chance. Im Finale der US Open wurde sie von der jungen Japanerin Naomi Osaka über den Platz gescheucht und bekam die Bälle nur so um die Ohren geknallt. Jeder sah, wer an diesem Abend in New York die stärkere, bessere, souveränere Tennisspielerin war. Jeder - außer Serena Williams offenbar.

Die 36 Jahre alte US-Amerikanerin hatte sich nämlich einen ganz anderen Gegner gesucht. Einmal angefangen, hörte sie im zweiten Satz nicht mehr auf, den Schiedsrichter anzugehen. Beinahe nach jedem Ballwechsel fing sie von vorne an zu hadern, zu diskutieren, zu beleidigen - und wurde dafür zurecht verwarnt. Dass sie als Strafe schließlich sogar ein Spiel abgeben musste, was im Tennis sehr selten vorkommt, zeigte, wie dieses Match außer Kontrolle geraten ist. Selbst wenn sich Serena Williams ungerecht behandelt fühlte oder die Strafe aus ihrer Sicht zu hoch ausgefallen ist, hätte sie sich als Profi, der eine kleine Ewigkeit auf den Courts dieser Welt die Gegnerinnen dominiert hat, im Griff haben müssen. Doch statt in ihr Tennisspiel steckte sie diesmal sämtliche Energie in ihr Wutausbrüche – und lenkte so vom eigentlichen Geschehen ab.

Sexismus-Vorwurf

Zum Höhepunkt ihrer Tiraden fühlte sie sich sogar sexistisch behandelt, weil der Schiedsrichter einen Mann angeblich nicht so bestraft hätte wie sie. Ein harter Vorwurf, der – und das hat Serena Williams in ihrer Rage übersehen – nichts mit der Sache zu tun hatte. Auch ohne die aberkannte Punkte hätte sie keine Chance gehabt. Es wäre ein Zeichen von Größe gewesen, wenn Serena Williams das einfach akzeptiert hätte: dass sie einmal nicht die Bessere war. Damit hätte sie nicht zuletzt Naomi Osaka, die sich angesichts des Dramas nicht richtig über ihren Triumph freuen konnte, die Bühne gegeben, die ihr zustand. So aber bleibt nur das Bild von Serena Williams als schlechte Verliererin.

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