Marco Höger (l.) verlor am Montag mit dem 1. FC Köln völlig überraschend gegen den MSV Duisburg (im Bild Cauly Oliveira Souza). Foto: dpa
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Reichlich Unterhaltung in den Ligen Der deutsche Profi-Fußball kann doch Spannung

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Von vielen Seiten war an der Spitze der beiden obersten Ligen Spannungsarmut prognostiziert worden. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Kommentar.

Wir haben erst Oktober und die Saison ist quasi entschieden. Der Tabellenführer hat alle zwölf Spiele gewonnen, der Vorsprung auf den ersten – nun ja – Verfolger beträgt zehn Punkte. War ja klar, dass der FC Bayern…Nein halt, es sind gar nicht die Bayern. Es ist der Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost, der alles und jeden besiegt. Das ist schön für Chemnitz, schlecht für die Spannung in der Liga, aber letztlich doch vor allem von regionalem Interesse. Weiter oben dagegen – da, wo ganz Fußball-Deutschland hinschaut – sieht es völlig anders aus. Da ist es spannend. Und das ist gut.

Momentan ist Länderspielpause. Zeit für einen ausgeruhten Blick auf die Tabellen. Bundesliga: Tabellenführer Dortmund. Dann kommen Leipzig, Gladbach, Bremen und Hertha. Und dann erst die Bayern. Auf Rang sechs! Zweite Liga: Der 1. FC Köln führt zwar, hat aber zuletzt gegen Schlusslicht MSV Duisburg zu Hause verloren. Der 1. FC Union ist dicht dahinter. Noch vor dem zweiten großen Favoriten Hamburger SV. Die düsteren Prognosen aus dem Sommer, wonach die Bayern eh wieder in ihrer eigenen Liga spielen, haben sich bislang ebenso wenig bewahrheitet wie jene, dass es in der Zweiten Liga nur um die Plätze hinter Köln und dem HSV geht. Fazit: Der Profi-Fußball in Deutschland kann ja doch Spannung. Auch in den wirklich wichtigen Regionen des Klassements und nicht in erster Linie bei der Frage nach den Teilnehmern an der Europa League oder der Relegation.

Niederlagen gerecht verteilt

Wer hätte gedacht, dass die Bayern, Köln und der HSV zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison zusammen bereits sechs Niederlagen ansammeln würden. Gerecht verteilt, zwei für jeden. Hauptthema allenthalben ist die mysteriöse Bayern-Schwächephase. Aber vor allem die Zweite Liga hat schon einige krasse Ergebnisse produziert: Köln gegen Paderborn 3:5 oder HSV gegen Regensburg 0:5 etwa.

Nun ist im Oktober noch nie jemand Meister geworden, nicht mal die Bayern. Auf- oder abgestiegen ist im Herbst ebenfalls keiner. Aber zumindest bis hierher haben die beiden obersten Ligen für jede Menge Spannung und Unterhaltung gesorgt. So wie die Tabellen aussehen, wird das auch noch eine Weile so bleiben.  

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