Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Albas Tamir Blatt (vorne) setzte sich mit Alba dank eines starken dritten Viertels gegen Chemnitz und den ehemaligen Berliner Malte Ziegenhagen durch. Foto: imago images/Alexander Trienitz
© imago images/Alexander Trienitz

Ohne Sikma, Lo, Eriksson Alba Berlin rotiert und gewinnt klar gegen Chemnitz

Alba Berlin gewinnt zwei Tage nach dem Sieg gegen Mailand auch gegen das BBL-Überraschungsteam. Luke Sikma, Maodo Lo und Marcus Eriksson werden geschont.

Luke Sikma saß in Trainingshose und Aufwärmshirt auf der Bank, tauschte sich gelegentlich mit Co-Trainer Sebastian Trzcionka aus und sah außerordentlich entspannt aus. Es verging das erste Viertel, dann auch das zweite, doch den Eindruck, irgendwann noch an diesem Spiel teilzunehmen, machte Alba Berlins Kapitän nicht. Trainer Israel Gonzalez setzte zwei Tage nach dem Sieg gegen das Euroleague-Spitzenteam Olimpia Mailand auf Belastungssteuerung, wie es in der modernen Sportfachsprache heißt. Neben Sikma, der zumindest im Kader stand, pausierten im Heimspiel am Sonntag gegen die Niners Chemnitz auch Spielmacher Maodo Lo und Dreierspezialist Marcus Eriksson.

Die drei wohl wichtigsten Profis gemeinsam zu schonen, und das im Duell mit der Überraschungsmannschaft der Saison, war durchaus ein Risiko. Schließlich war Chemnitz mit der gleichen Bilanz von fünf Siegen und drei Niederlagen ins Spiel gegangen und hatte vor wenigen Wochen Bayern München aus dem Pokal geworfen. Doch das Experiment glückte. Nach ausgeglichener erster Hälfte, drehte Alba nach der Pause auf. Vor den maximal zugelassenen 2500 Zuschauern, darunter etwa die Hälfte aus Chemnitz, gewannen die Berliner 83:62 (17:12, 16:20, 31:14, 19:16) und feierten wettbewerbsübergreifend den vierten Sieg in Folge.

Beste Werfer bei Alba waren Johannes Thiemann (14 Punkte), Tim Schneider (13), Yovel Zoosmann (12) und Louis Olinde (12). "Dass wir ein gutes Team wie Chemnitz schlagen können, obwohl drei wichtige Spieler fehlen, zeigt wie gut wir sind als Team", sagte Olinde. Auch Jonas Mattisseck war nach einem "tollen Basketball-Abend" sehr glücklich. "Es fühlt sich an wie eine volle Halle", sagte der Guard zum Stimmungsduell zwischen den beiden Fanlagern.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräteherunterladen können]

Alba begann das Spiel trotz der ungewohnten Startformation gut und das hatte vor allem mit Thiemann zu tun. Der Nationalspieler übernahm die Rolle Sikmas, zumindest so weit das bei solch einem einzigartigen Alleskönner möglich ist. Nach wenigen Minuten hatte Thiemann drei teils schwierige Würfe getroffen und einen schönen Assist verteilt. Ab Mitte des ersten Viertels erspielte sich Alba eine leichte Führung und wäre die Dreierquote mit einem Treffer bei acht Versuchen nicht ziemlich miserabel gewesen, wäre die Begegnung wahrscheinlich schon sehr früh sehr eindeutig geworden.

Doch Chemnitz ließ sich nicht abschütteln und wurde von den vielen mitgereisten Fans lautstark angefeuert. Zwar leisteten sich die Sachsen ohne ihre zwei angestammten Spielmacher – Gerald Robinson war unter der Woche per Ausstiegsklausel nach Italien gewechselt und Nelson Weidemann ist verletzt – einige Fehler, hielten aber voll dagegen.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen:leute.tagesspiegel.de]

Es war abgesehen von kleinen Highlights wie einem kraftvollen Dunk von Isiaha Mike oder einem spektakulären Block von Olinde kein schönes Spiel, phasenweise geradezu fahrig, doch zumindest war es in dieser Phase noch spannend. Mit einem Dreier in letzter Sekunde verkürzte Chemnitz‘ Mindaugas Susinskas auf 32:33 zur Halbzeit.

Im dritten Viertel fand dann Tamir Blatt seinen Rhythmus und verschaffte Alba mit zwei Dreiern wieder einen etwas deutlicheren Vorsprung. Als Thiemann einen Ball eroberte und den anschließenden Korbleger sowie den fälligen Freiwurf verwandelte, war dieser bereits in den zweistelligen Bereich gewachsen. Die Gäste nahmen eine Auszeit und leisteten noch ein bisschen Widerstand, mussten sich dann aber schnell geschlagen geben. Mit 18 Punkten Vorsprung ging es ins letzte Viertel – und Luke Sikma konnte ganz entspannt auf der Bank sitzen bleiben.

Zur Startseite