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Jaleen Smith zeigte beim Sieg in Istanbul mal wieder eine starke Leistung. Foto: IMAGO/Seskim Photo
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Nach Sieg gegen Fenerbahce und Sightseeing Alba Berlin will in Istanbul auch gegen Anadolu bestehen

Nach dem Sieg bei Fenerbahce Istanbul will Alba Berlin gegen Euroleague-Titelverteidiger für die nächste Überraschung sorgen – mit einem starken Jaleen Smith.

Bei 80 Spielen in einer Saison sind lange Auswärtstrips eigentlich nicht sonderlich beliebt, doch in dieser Woche haben es sich die Basketballer von Alba Berlin durchaus gutgehen lassen. Am Dienstagabend besiegte der Deutsche Meister Fenerbahce Istanbul und da der Spielplan am Freitag (19.30 Uhr, Magentasport) gegen Anadolu schon den nächsten Auftritt in der Metropole am Bosporus vorsieht, ist das Team gleich dort geblieben. Positiver Nebeneffekt: Im Gegensatz zu den meisten Auswärtsspielen sah die Mannschaft nicht nur den Flughafen, das Hotel und die Halle. Am Mittwoch hatten die Basketballer frei und nutzten die Zeit für ein klassisches Touriprogramm. „Wir haben uns die Hagia Sophia angeschaut und eine Bootstour gemacht“, erzählt Jaleen Smith. „Mal schnell von einem auf den anderen Kontinent rüberzufahren, war verrückt.“

Auch sportlich wechselt Alba am Freitag vom asiatischen Teil Istanbuls, wo Fenerbahce seine Heimat hat, auf die europäische Seite. Im 16.500 Zuschauer fassenden Sinan Erdem Spor Salonu haben die Berliner noch nie gewonnen. Doch weder von der schwachen Bilanz gegen Anadolu noch von der klaren Favoritenrolle des Titelverteidigers lässt sich Alba allzu sehr einschüchtern. „Wir fühlen uns großartig. Der Sieg gegen Fenerbahce hat uns noch mehr Selbstbewusstsein gegeben“, sagt Smith.

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Der 27 Jahre alte US-Amerikaner ist seit Monaten in bestechender Form und erzielte gegen Fenerbahce zwölf der 18 Berliner Punkte im Schlussviertel. Dass Smith, gerade aufgrund der Ausfälle von Luke Sikma, Tamir Blatt, Louis Olinde und Marcus Eriksson, mehr Verantwortung und auch mehr Belastung übernehmen muss, scheint ihm bisher nichts anhaben zu können. „Am Anfang der Saison musste ich mich daran gewöhnen, nicht mehr wie in Ludwigsburg nur ein Spiel pro Woche zu haben. Aber ich mache jetzt mehr Stretching und mein Körper fühlt sich sehr gut an“, sagt Smith.

Zudem macht sich der wertvollste Spieler der vergangenen BBL-Saison nicht mehr so viele Gedanken. Die hohen Erwartungen hatten ihm gepaart mit dem ungewohnten Spielstil und einer anderen Rolle große Probleme bereitet. Doch mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass er den Ball nicht mehr bei jedem Angriff in der Hand haben muss wie in Ludwigsburg. Gerade das Zusammenspiel mit dem in dieser Saison überragenden Maodo Lo wird immer besser. „Als ich in Berlin angekommen bin, war es vielleicht mein Problem, dass ich so fokussiert darauf war, ein Spielmacher zu sein“, sagt Smith. „Mittlerweile bin ich lockerer: Ich bin ein Baller, egal ob die Leute mich als Point oder Shooting Guard sehen.“

Vasilije Micic (links) wurde in der vergangenen Saison zum besten Spieler der Euroleague gewählt. Gegen Alba fehlt er seiner Mannschaft verletzt. Foto: IMAGO / Seskim Photo Vergrößern
Vasilije Micic (links) wurde in der vergangenen Saison zum besten Spieler der Euroleague gewählt. Gegen Alba fehlt er seiner Mannschaft verletzt. © IMAGO / Seskim Photo

Die Fortschritte drücken sich nicht nur in Smiths Statistiken aus, sondern auch in Albas Bilanz. Von den vergangenen zehn Euroleague-Spielen haben die Berliner sieben gewonnen – zwei davon waren allerdings gegen russische Teams und wurden daher aus der Wertung genommen. Insgesamt kommt Alba auf 13 Siege und damit bereits auf einen mehr als in der Vorsaison. Durch den Ausschluss der drei russischen Klubs haben die Berliner sogar noch realistische Chancen auf die Play-offs.

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Mit AS Monaco, Bayern München, Alba und Roter Stern Belgrad kämpfen vier Teams um zwei Plätze. Smith und seine Kollegen brauchen aus den letzten drei Spielen gegen Anadolu, Panathinaikos Athen und Monaco mindestens zwei Siege, um auf Rang acht hoffen zu können. Smith nutzt die freie Zeit zwischen den Spielen aber lieber zum Entspannen als für komplizierte Kalkulationen. „Die Euroleague-Play-offs sind ein Ziel für jeden Basketballer, aber wir gehen Schritt für Schritt und schauen nicht zu sehr auf die Tabelle“, sagt er.

Die Aufgabe gegen Anadolu wird auch so schon schwer genug. Der Titelverteidiger braucht noch einen Sieg, um sich vorzeitig für die Play-offs zu qualifizieren und gehört trotz der durchschnittlichen Hauptrunde zu den Favoriten auf den Titel. „Wir müssen genauso harte Defense spielen wie gegen Fenerbahce und vorne den Ball laufen lassen“, sagt Smith. Dass Vorjahres-MVP Vasilije Micic mit einer Muskelverletzung ausfällt, sei zwar ein „großer Vorteil, aber Anadolu ist ein Topteam“.

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