Bremens Trainer Florian Kohfeldt hat mit Werder noch einmal Glück gehabt. Foto: AFP
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Nach desaströser Bundesliga-Saison Werder Bremen hätte den Abstieg verdient

Werder Bremen bleibt erstklassig. Dass dafür in der Relegation gegen Heidenheim nicht einmal gewonnen wurde, passt zur gesamten Saison. Ein Kommentar.

Erleichtert fielen sich die Spieler in die Arme, dem Trainer war alles nur noch „scheißegal“ und zuhause feierten hunderte Fans mit Hupkonzerten, Feuerwerksböllern, lauten Gesängen und später auch Randale. Werder Bremen hat den Klassenerhalt geschafft, wofür in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim nicht einmal ein Spiel gewonnen werden musste.

31 Punkte holte Werder in dieser Saison, seit Wiedereinführung der Relegation haben nur einmal noch weniger Zähler zum Klassenerhalt gereicht. 2013/14 hatte der Hamburger SV sogar nur 27 Punkte nach 34 Spielen auf dem Konto und durfte dank Relegation noch ein bisschen weiterwurschteln in Liga eins.

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Ganze zwei Heimsiege gelangen dem Team von Florian Kohfeldt in 18 Versuchen, häufig genug präsentierte sich die Mannschaft zwischen desolat und überfordert.

Trotzdem hat es noch gereicht, um in der nächsten Saison wieder ganz oben mitspielen zu dürfen. Ob mit altem oder neuem Trainer wird in den kommenden Tagen entschieden. Klar ist schon jetzt, dass es so nicht weitergehen soll, das jedenfalls kündigten die Verantwortlichen bereits kurz nach dem Spielende am Montagabend in Heidenheim an.

Tatsächlich darf man gespannt sein, ob in Bremen – anders als in der Vergangenheit beim Lieblingsrivalen HSV – die richtigen Schlüsse aus der Misere gezogen werden. Denn klar ist auch: Werder Bremen hätte sich den Abstieg in die Zweite Liga redlich verdient. Dass es nun anders gekommen ist, sollte der Klub nicht als Erfolg verstehen, sondern als Chance. Sonst ist die um ein Jahr verlängerte Zugehörigkeit zur ersten Liga nur eine Gnadenfrist.

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