Julius Kade hat im Mittelfeld viel Konkurrenz. Foto: imago images / Contrast
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Nach dem Wechsel von Hertha zu Union Das lange Warten des Julius Kade

Julius Kade erhoffte sich beim 1. FC Union mehr Einsatzzeiten. Bisher ist der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler aber nur in Testspielen gefragt.

Nach dem verlängerten freien Wochenende waren Julius Kade und seine Mitspieler am Montag gleich doppelt gefordert. Am Vormittag trainierten die Profis des 1. FC Union bei Dauerregen in Köpenick. Mit der ersten Einheit dieser Woche, die zeitweise vom früheren Unioner und jetzigen Schalker Steven Skrzybski beobachtet wurde, begann die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky). Am Montagnachmittag zog es die Mannschaft dann zum traditionellen Rundgang auf die Internationale Funkausstellung (Ifa) nach Charlottenburg – auch Werbetermine gehören schließlich zum Dasein eines Profis dazu.

Am liebsten wollen diese natürlich kicken. Aber damit sieht es beim 20 Jahre alten Kade derzeit nicht so gut aus. Der Neuzugang von Hertha BSC stand weder im DFB-Pokalspiel bei Viertligist Germania Halberstadt noch in den bisherigen drei Bundesliga-Auftritten im 20-Mann-Kader. Für den offensiven Mittelfeldspieler ist das aber noch kein Weltuntergang. Er macht einen aufgeräumten und optimistischen Eindruck, wenn man ihn im Training beobachtet oder mit ihm spricht. „Ich kann es nicht ändern, Ich gebe alles, um zu spielen. Ich freue mich, dass wir in der Ersten Liga dabei sind. Das ist richtig geil“, sagt Kade. „Ich versuche, näher an die Mannschaft heranzukommen. Ich bin geduldig und warte auf meine Chance.“

Kade akzeptiert offensichtlich seine schwierige Situation. Er wurde von Union am 31. Mai als Neuzugang präsentiert – vier Tage nach dem zweiten Relegationsspiel gegen den VfB Stuttgart. Mit diesem stand der Aufstieg Unions in die Bundesliga fest. Hinter den Kulissen war aber natürlich schon länger an seiner Verpflichtung gearbeitet worden – und Kade wäre auch im Fall des Verbleibs in der Zweiten Liga gekommen. Das ist kein Geheimnis und trifft auch auf den Außenbahnspieler Florian Flecker zu, der wie Kade aktuell weit von der Bundesliga entfernt zu sein scheint.

Kade bleibt nichts anderes übrig, als in freundschaftlichen Vergleichen der Profis oder im Baltic Sea Cup, einer internationalen Nachwuchsrunde, Spielpraxis zu sammeln. Am vergangenen Donnerstag durfte er beispielsweise in den ersten 71 Minuten des Testspiels gegen den Chemnitzer FC (3:1) im sächsischen Hoyerswerda spielen. „Es war ein echt gutes Gefühl und hat auf jeden Fall Selbstvertrauen gebracht. Es war ein guter Test auf ordentlichem Niveau“, sagt Kade. „Wir haben geduldig gespielt und hätten in der ersten Halbzeit schon mehrere Tore machen können.“

Kade brach vor 1800 Zuschauern den Bann. Nach einem Eckball von Felix Kroos verwerte er eine Hackenvorlage von Sebastian Polter mit einem strammen Schuss in die rechte Ecke. Schnell reckte er daraufhin die Faust nach oben. Kade freute sich wirklich über den Treffer, auch wenn er in keiner wichtigen Statistik der Saison auftauchen wird. „Genau so etwas gibt extremes Selbstvertrauen, wenn man ein Tor erzielt und gewinnt“, sagt Kade. „Wenn man eine Chance im Testspiel bekommt, will man auch etwas erreichen. Es hat Spaß gemacht. Jetzt gilt es, dran zu bleiben.“

Viel Konkurrenz im Mittelfeld

In der Bundesliga hat Kade schon gespielt, allerdings nur ein einziges Mal. Am 5. April 2017 durfte er für Hertha BSC unter Trainer Pal Dardai neun Minuten lang bei der 0:1-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach dabei sein. Kade wurde vor über 44.000 Zuschauern für Salomon Kalou eingewechselt.

Der Durchbruch bei Hertha gelang dem gebürtigen Berliner allerdings nicht. Nun steht er bei Union im Wettbewerb mit Spielern wie Robert Andrich, Christian Gentner, Felix Kroos, Marcus Ingvartsen oder Grischa Prömel. Der Vertrag von Kade läuft vorerst bis 2021. Zumindest die Zeit spricht ein bisschen für ihn. Seine Konkurrenten sind allesamt älter als er.
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