Sebastian Andersson (links) war mit zwei Toren entscheidend am Sieg in Mainz beteiligt. Foto: Torsten Silz/dpa
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Nach 3:2-Sieg in Mainz Der 1. FC Union kann jetzt auch auswärts – und warnt

Mit dem dritten Pflichtspielsieg in Folge belohnen sich die Berliner für ihre Fortschritte. Nur die Schlussphase in Mainz trübt die Stimmung ein bisschen.

Langsam flattern auch im Tabellenkeller der Bundesliga die Nerven. Am Wochenende mussten in Mainz und Köln die ersten Verantwortlichen gehen. Der 1. FC Union war daran mit seinem 3:2-Sieg gegen die Mainzer nicht ganz unbeteiligt. Dementsprechend anders ist die Stimmungslage bei den Köpenickern: Nach dem vierten Erfolg im fünften Pflichtspiel können sie ganz entspannt in die Länderspielpause gehen. „Wir reden seit Wochen von einer guten Entwicklung. Das sieht und merkt man auch. Viele Dinge funktionieren besser“, sagt Kapitän Christopher Trimmel. „Wir haben uns an das Tempo gewöhnt.“

Inzwischen läuft es bei Union sogar auswärts. Im DFB-Pokalspiel feierte das Team von Trainer Urs Fischer mit dem 3:1 beim SC Freiburg kürzlich schon einen beachtlichen Erfolg. Nun klappte es auch in der Bundesliga mit dem ersten Sieg in der Fremde. Dass nach einer 3:0-Führung am Ende nur noch ein 3:2-Entstand auf den Anzeigetafeln leuchtete, wurmte die Spieler aber schon – vor allem Rafal Gikiewicz. „Wir haben das Ziel erreicht, drei Punkte zu holen. Er war der erste Auswärtssieg“, sagte der extrem ehrgeizige Torhüter. Aber: „Ich bin wegen der beiden Gegentore unzufrieden. Ich hasse jedes Gegentor. Wir müssen in den letzten 15 Minuten besser spielen. Wir standen zu tief und zu passiv.“

Unions letzte Ergebnisse

  • Bundesliga, 11. Spieltag: FSV Mainz 05 - Union 2:3
  • Bundesliga, 10. Spieltag: Union - Hertha BSC 1:0
  • DFB-Pokal, 2. Runde: SC Freiburg - Union 1:3
  • Bundesliga, 9. Spieltag: FC Bayern - Union 2:1
  • Bundesliga, 8. Spieltag: Union - SC Freiburg 2:0

Die wichtigen Punkte im Abstiegskampf fuhr sein Team dennoch verdient ein. Das Selbstvertrauen nach dem 1:0 im Stadtderby gegen Hertha BSC war groß. Trainer Urs Fischer traute sich sogar, erstmals in dieser Saison Sebastian Andersson und Sebastian Polter im Angriff von Beginn an zusammen auf den Platz zu schicken – das hatte es zuletzt am 34. Spieltag der vergangenen Zweitligasaison gegeben. Für Polter, der im Derby gegen Hertha den Elfmeter zum Sieg verwandelt hatte, war es der erste Startelfeinsatz in dieser Saison. „Ich musste lange warten“, sagte Polter. „Ich habe viel für die Mannschaft gearbeitet, auch wenn mir kein Treffer gelungen ist.“

Sein Sturmpartner Andersson untermauerte seine Rolle als Unions Chefstürmer eindrucksvoll und erzielte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack. Zwei Eckbälle gab es für Union im Spiel, beide Male wuchtete Andersson die Hereingaben von Trimmel per Kopf ins Tor. „Standards sind ein Riesenfaktor. Das studieren wir ein. Wir waren in der Saison öfter nah dran, noch mehr rauszuholen. Diesmal hat es perfekt geklappt“, sagte Trimmel und lobte seinen Abnehmer: „Hut ab vor den Laufwegen von Sebastian Andersson. Der Ball muss nur ungefähr in die Zone kommen. Dann gibt es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass er reingeht.“

Die Dreierkette funktioniert gut

Neben der Effektivität zeichnete sich Union auch auswärts zuletzt durch eine enorme Flexibilität aus. Die Dreierkette in der Abwehr gehört inzwischen zum festen Repertoire der Mannschaft. Selbst das frühe verletzungsbedingte Ausscheiden von Abwehrchef Keven Schlotterbeck, der wegen Schwindelproblemen vom Platz musste, fiel kaum ins Gewicht.

Und so passt auch die Stimmung beim 1. FC Union. In Mainz besangen die Fans mehrfach die Stadtmeisterschaft. Die Mannschaft scheint jedoch trotz der Erfolgsserie auf dem Boden zu bleiben. Dafür sorgen wohl auch die Gegentore in Mainz. „Michael Parensen und ich haben gesagt, dass so etwas oftmals gar nicht so schlecht ist“, meinte Trimmel. „Dann fühlt sich der Sieg nicht mehr so locker an. Man kann ein paar Dinge kritisch ansprechen.“ Das ist vielleicht nicht der falscheste Ansatz vor dem nächsten Heimspiel: Dann kommt Tabellenführer Borussia Mönchengladbach ins Stadion An der Alten Försterei.

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