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Das lief gut in Plock. Die Füchse führen ihre Gruppe ungeschlagen an. Foto: Imago Foto: imago images/Newspix
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Mit einem jungen Team überzeugen die Füchse auch in Polen Die Jugend hilft aus

Den schlechter Vorzeichen zum Trotz, profitieren die Füchse von ihrer guten Jugendarbeit. In der European League führen die Berliner ihre Gruppe an.

Füchse-Profi Jacob Holm richtete sich erst einmal das Stirnband. Bei Wisla Plock hatte der Füchse-Spieler sich immer wieder in die freien oder auch nicht so freien Räume geworfen, immer wieder hatte er dafür hart einstecken müssen. Doch am Ende hatte sich der Körpereinsatz gelohnt und die Berliner gingen am Dienstagabend mit einem 28:24-Erfolg in der European League vom Parkett. „Das war ein richtig schöner Sieg, bei dem alle gut gekämpft und ihre Leistung gebracht haben“, war der Rückraumspieler nach Abpfiff glücklich über die zwei Punkte.

Dabei waren die Vorzeichen nicht besonders vielversprechend gewesen. Erst einen Tag vor der Partie erhielten die Füchse die Hiobsbotschaft, dass sich der Verdacht bei Linkshänder Nils Lichtlein auf eine schlimmere Verletzung im rechten Fuß bestätigt hat. Mit dem Riss aller drei Außenbänder sowie des Innenbandes im oberen Sprunggelenk fällt der 19-Jährige Linkshänder voraussichtlich bis nach der Winterpause aus. Außerdem konnte Marko Kopljar neben den ohnehin schon verletzten Fabian Wiede, Paul Drux und Viran Morros aufgrund muskulärer Probleme nicht mit nach Polen reisen, sodass die Berliner nicht nur ohne etatmäßigen Halbrechten antreten mussten, sondern auch eine weitere wichtige Personalie im Abwehrzentrum fehlte.

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Nun wären die Füchse allerdings nicht die Füchse, wenn sie nicht aus ihrer guten Jugendarbeit Profit schlagen könnten und würden. Kurzerhand wurden Max Beneke und Robin Heinis in die Mannschaft eingebunden, so reduzierte sich das Durchschnittsalter des Füchse-Teams am Dienstagabend auf nur 25 Jahre. Doch trotz des teils sehr unerfahrenen Kaders traten die Mannen von Trainer Jaron Siewert souverän auf und machten mit überzeugenden Einzelaktionen und einer Menge Kampfgeist Werbung für das Berliner Handballprojekt.

„Die Jungs aus der A-Jugend haben einen richtig guten Job abgeliefert und uns sehr geholfen. Das ist schon erstaunlich nach nur einer gemeinsamen Trainingseinheit“, lobte Holm, der selbst allerdings den größten Anteil am Sieg seiner Mannschaft hatte. Er suchte die Lücken, er begeisterte mit seiner Spielübersicht, er brachte den Ball achtmal im gegnerischen Tor unter. Und er war es auch, der das Spiel zugunsten der Füchse kräfteschonend verzögerte. Das war zwar nicht immer schön anzusehen und entspricht an sich nicht dem Tempohandball, den Holm und Co. normalerweise anstreben, aber es war effektiv gegen die körperlich starken Polen.

Jacob Holm (Foto) lobt die Arbeit der A-Jugend, sie haben dem Team sehr geholfen. Foto: imago images/Newspix Vergrößern
Jacob Holm (Foto) lobt die Arbeit der A-Jugend, sie haben dem Team sehr geholfen. © imago images/Newspix

International bisher ungeschlagen nehmen die Berliner damit die Spitze in der Gruppe A und treffen am kommenden Dienstag als Tabellenführer auf Tatran Presov (20.45 Uhr). Zuvor wartet auf die Füchse allerdings am Sonntag ein weiteres Auswärtsspiel in Stuttgart (14 Uhr). Nach den zwei verlorenen Topspielen in der vergangenen Woche gegen Flensburg und Magdeburg hoffen Jacob Holm und seine Mannschaft dann darauf, auch in der Bundesliga wieder punkten zu können.

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