Jubel gegen den Ex-Klub? Anthony Ujah und Neven Subotic treffen mit dem 1. FC Union auf Köln. Foto: Soeren Stache/dpa
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Mit dem 1. FC Union gegen den Ex-Klub Subotic und Ujah müssen die Sympathien ausschalten

Im Duell mit dem 1. FC Köln treffen Neven Subotic und Anthony Ujah auf ihren Ex-Klub. Es ist für beide ein in vielerlei Hinsicht besonderes Spiel.

Es ist sehr selten, dass Neven Subotic mal Quatsch erzählt. Der Abwehrspieler des 1. FC Union ist eloquent, höflich und trifft mit seinen Analysen oft den Punkt. Als der 30-Jährige über den nächsten Gegner der Berliner in der Fußball-Bundesliga spricht, leistet er sich dann aber doch einen kleinen Fehler. „Wir haben damals gemeinsam die erste Europapokal-Qualifikation seit 28 Jahren gefeiert“, sagt Subotic über seine Zeit beim 1. FC Köln.

In Wahrheit war es die erste Teilnahme seit 25 Jahren, an Subotics Gefühlen für den Klub ändert das aber sicherlich nichts. Die Menschen im Verein seien sehr herzlich gewesen und auch wenn er nur von Januar bis Juni 2017 aus Dortmund nach Köln ausgeliehen war, habe er die Zeit sehr genossen. „Ich habe dort besondere Momente erlebt und ich freue mich, ein paar alte Kollegen zu sehen“, sagt Subotic vor dem Duell am Sonntag (15.30 Uhr, live auf Sky) im Stadion An der Alten Försterei. „Im Endeffekt geht es aber um Punkte, da muss man die ganzen Sympathien kurz mal ausschalten.“

Ujah besitzt in Köln noch immer ein Haus

Große Sympathien für die Kölner hat auch Anthony Ujah. Unions Stürmer spielte von 2012 bis 2015 am Rhein und schoss in 102 Pflichtspielen 36 Tore. „Es ist wie bei einem Mann und einer Frau. Du weißt nicht genau, warum du jemanden liebst. Aber so was kommt von Herzen“, sagte der Nigerianer dem RBB. In Köln besitzt Ujah immer noch ein Haus und verbringt dort gerne seine freie Zeit.

Auch das Verhältnis zu den FC-Fans habe sich langsam wieder gebessert. Der Kölner Anhang hatte ihm seinen Wechsel nach Bremen im Jahr 2015 sehr übel genommen – vor allem, weil noch vor Saisonende ein Foto von Ujah mit Werder-Schal aufgetaucht war.

Das Ende in Köln passte nicht zu der schönen Zeit, von der besonders sein Torjubel mit Maskottchen Hennes VIII. in Erinnerung blieb. Den Geißbock besuchte er vor zwei Wochen mit seiner Familie im Kölner Zoo. Am Sonntag hofft Ujah nach seinem Kurzeinsatz am vergangenen Spieltag gegen Schalke wieder auf einen Platz in der Startelf.

Dieser ist Subotic trotz seines folgenschweren Patzers in Gelsenkirchen sicher. Durch die Verletzung von Keven Schlotterbeck wird er im Spielaufbau mehr Verantwortung übernehmen müssen – und gegen Kölns prominent besetzten Angriff mit Anthony Modeste, Simon Terodde sowie Jhon Cordoba wird die Abwehr ohnehin viel zu tun bekommen.

Auch wenn Union die Chance hat, Köln mit einem Sieg schon auf elf Punkte zu distanzieren, will der Innenverteidiger das Spiel gegen den Mitaufsteiger nicht überbewerten. „Für jedes Spiel gibt es drei Punkte“, sagt Subotic. „Die richtigen Sechs-Punkte-Spiele kommen erst in der Rückrunde.“

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