In chinesischen Kliniken herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Foto: CHINATOPIX/AP/dpa
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Mehrere Veranstaltungen in China abgesagt Wie der Sport auf das Coronavirus reagiert

Das IOC beobachtet die Lage – auch mit Blick auf Olympia in Tokio im kommenden Sommer. Der chinesische Sport ist nahezu komplett gestoppt worden.

Chinas Fußballerinnen sitzen in Australien in Quarantäne, die Hallen-WM der Leichtathleten in Nanjing wurde genauso wie der Ski-Weltcup nahe Peking abgesagt, und Tokios Gouverneurin sorgt sich sechs Monate vor den Olympischen Spielen: Das in China grassierende Coronavirus hat immer größere Auswirkungen auf internationale Sportevents. „Wir müssen das neue Coronavirus energisch angehen, um es einzudämmen, oder wir werden es bereuen“, sagte Gouverneurin Yuriko Koike.

„Das IOC steht mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und seinen eigenen Experten in Verbindung“, teilte das Internationale Olympische Komitee knapp ein halbes Jahr vor Beginn der Spiele in Japans Hauptstadt mit. „Maßnahmen gegen ansteckende Krankheiten sind ein wichtiger Bestandteil der Pläne für Tokio 2020, um sichere Spiele zu bieten.“

Fußball-Supercup wird verschoben

Wegen des Coronavirus wurde bereits das Olympia-Qualifikationsturnier der Fußballerinnen nach Australien verlegt. Die chinesische Mannschaft spielt dort nun gegen die australischen Gastgeberinnen sowie gegen Taiwan und Thailand. Auch wurden Qualifikationsturniere der Basketballerinnen und Boxer aus China in andere Länder verlegt.

Die alpinen Skirennen in China wurden derweil allesamt abgesagt. In Yanqing nahe Peking waren am 15. und 16. Februar eine Herren-Abfahrt und ein Super-G als Testfahrten für die olympischen Winterspiele 2022 in Peking geplant. Wohin die Rennen verlegt werden, wurde nicht mitgeteilt. Zudem wurden der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge auch die nationalen Winterspiele auf unbestimmte Zeit verschoben.

In Nanjing wird es vom 13. bis 15. März auch nicht zur Austragung der Leichtathletik-Hallen-WM kommen. Das teilte der Weltverband am Mittwoch mit, das Event soll nun im März 2021 nachgeholt werden.

Pekings Eishockey-Team spielt in Russland

Ebenfalls verschoben wird der Fußball-Supercup zwischen dem Meister und dem Pokalsieger, der für den 5. Februar in Suzhou terminiert war. Die chinesische Fußball-Liga pausiert planmäßig bis Mitte Februar, ob der Saisonstart verschoben werden muss, ist noch nicht bekannt. In der nationalen Basketball-Liga CBA sind alle Spiele auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Das Eishockey-Profiteam aus Peking, Red Star Kunlun aus der Kontinentalen Hockey Liga (KHL), wird alle restlichen Heimspiele der Saison in Russland austragen.

Auch die Profiorganisation im Männer-Tennis beobachtet die Situation in China. Das bestätigte die ATP im Rahmen der Australian Open. Vier unterklassige Challenger-Turniere in Qujing, Zhuhai, Shenzhen und Zhangjiagang, die für März geplant waren, wurden bereits abgesagt.

Der Internationale Hockeyverband hatte am Dienstag die Pro-League-Spiele zwischen den Frauen-Nationalteams von China und Belgien abgesagt. Die Spiele sollten am 8. und 9. Februar in Changzhou, 700 Kilometer entfernt vom Ausbruchsort Wuhan, ausgetragen werden. Es wird geprüft, ob die Spiele zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können.

Die Radrundfahrt Tour of Hainan ist ebenfalls abgesagt worden. Das Rennen, das zwischen dem 23. Februar und 1. März ausgetragen werden sollte, wird eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Die Formel 1 hat noch keine Entscheidung bezüglich des Großen Preises in Shanghai am 19. April getroffen. Die Organisatoren beobachten die Situation in China und stehen dabei in engem Kontakt mit den chinesischen Veranstaltern und dem Internationalen Automobilverband Fia, wie ein Sprecher der Formel 1 am Mittwoch erklärte. (dpa/Tsp)

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