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Ende einer Ära. Im Juni 2003 gewann Alba in der Max-Schmeling-Halle die siebte Meisterschaft in Folge. Foto: Imago/Olaf Wagner
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Matchball gegen Bayern München am Freitag Alba Berlin ist heiß auf die Meisterfeier in eigener Halle

Als Alba zum letzten Mal in Berlin Meister wurde, endete in der Schmeling-Halle eine Ära. Am Freitag sind die Chancen auf den dritten Titel in Folge exzellent.

Albas Manager Marco Baldi und sein Münchner Kollege Marko Pesic werden sich noch gut an diesen magischen Juniabend erinnern, doch für die aktuellen Basketballer von Alba liegt die letzte Meisterschaft der Berliner in eigener Halle vermutlich in etwa so weit entfernt wie die Erfindung ihrer Sportart durch den Kanadier James Naismith Ende des 19. Jahrhunderts. Für die Arena am Ostbahnhof gab es gerade mal grobe Pläne, Emir Mutapcic war Trainer, Mithat Demirel Topscorer – und Luke Sikma zarte 13 Jahre jung.

Am 8. Juni 2003 feierten die Berliner vor 10.500 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle die siebte deutsche Meisterschaft in Folge. Das sei noch gar nichts, sagte der damalige Präsident Dieter Hauert euphorisiert. „Die Ära Alba hat gerade erst begonnen.“

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Es kam dann doch etwas anders und es begannen magere Jahre. Heute würden die Berliner Verantwortlichen vermutlich etwas zurückhaltender mit dem Begriff „Ära“ umgehen, doch aktuell steht Alba zumindest kurz davor, sich den Zusatz „Serienmeister“ zurückzuholen. Nach dem souveränen Sieg am Dienstagabend in München führt Alba in der Finalserie gegen die Bayern mit 2:0 und kann die dritte Meisterschaft in Folge am Freitag (19 Uhr, Magentasport und Sport1) perfekt machen.

Es wäre der erste Ligatitelgewinn in eigener Halle seit 2003 und damit auch der erste in der Arena am Ostbahnhof. „Wir wollen es unserem Heimpublikum gönnen“, sagte Albas Center Oscar da Silva nach dem Auswärtssieg in Spiel zwei. „Wir haben den Pokal zu Hause gewonnen, aber die Meisterschaft ist noch ein Stückchen größer.“

Yovel Zoosman steht mit Alba vor dem Gewinn seiner ersten deutschen Meisterschaft. Foto: Sven Hoppe/dpa Vergrößern
Yovel Zoosman steht mit Alba vor dem Gewinn seiner ersten deutschen Meisterschaft. © Sven Hoppe/dpa

Momentan spricht nahezu alles für eine große Party am Freitagabend. Alba hat mittlerweile 19 Spiele gewonnen und ein dementsprechend großes Selbstvertrauen. Die Münchner machen einen müden Eindruck und müssen zudem auf ihre Leistungsträger Vladimir Lucic, Darrun Hilliard und Corey Walden verzichten. „In Berlin wird alles bereit sein, die Trophäe zu heben“, sagte Bayerns Trainer Andrea Trinchieri. Es ist vielleicht die einzige Chance der angeschlagenen Münchner, dass sie keinerlei Druck mehr haben. „Die Devise für Spiel drei lautet: Gib den Kampf nie auf, nie!“

Albas Trainer Israel Gonzalez hatte nach dem Sieg in München noch keine sonderliche Lust, sich mit seinem möglichen ersten Meistertitel als Cheftrainer zu beschäftigen. „Es steht 2:0, da kann noch alles passieren“, sagte der Spanier und verwies auf die Halbfinalserie der Münchner, in der sie in eigener Halle einen 2:0-Vorsprung gegen Bonn verspielten und es erst mit einem Kraftakt im fünften Spiel doch noch ins Finale schafften.

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Am Dienstagabend war die Berliner Überlegenheit allerdings derart deutlich, dass ein Comeback der Bayern unwahrscheinlich erscheint. Alba dominierte in beiden Spielen die Rebounds, war schneller und vor allem tiefer besetzt. Während die Münchner offensiv sehr abhängig sind von Einzelaktionen, stellen die Berliner den Gegner mit ihrer vielseitigen Offensive immer wieder vor neue Herausforderungen. Dabei kommt Alba natürlich zugute, dass der gesamte Kader in der wichtigsten Saisonphase gesund und einsatzbereit ist.

Es ist also alles bereit für die erste Meisterparty in eigener Halle seit 19 Jahren. Nur eins steht bereits fest: Dieses Mal werden Baldi und Pesic ganz sicher nicht gemeinsam jubeln.

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