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Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst traf in jedem seiner drei Spiele gegen den FC Union. Foto: IMAGO / regios24
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Letztes Spiel vor der Quarantäne Ruhe vor dem Turm

Gegen Wolfsburg hat der 1. FC Union die Chance, sich eine gute Position im Kampf um Europa zu schaffen - der Respekt vor Stürmer Wout Weghorst ist aber groß.

Über mangelnde Vorbereitungszeit kann sich der 1. FC Union vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg nicht beschweren. Das letzte Pflichtspiel ist nun schon zwei Wochen her, und am Anfang der Woche gönnten sich Trainerstab und Mannschaft noch ein paar freie Tage. „Ich denke nicht, dass das geschadet hat“, sagte Trainer Urs Fischer am Donnerstag. „Es hat uns gutgetan, vor dem Endspurt den Kopf frei zu bekommen.“

Nach der kleinen Verschnaufpause gehen die Köpenicker nun in eine Endphase der Bundesliga-Saison, die sich ein bisschen wie ein Mini-Turnier anfühlt. Nächste Woche beginnen zwei Wochen Quarantäne, in der die Mannschaft zumindest zeitweise zu einem neuen Hauptquartier in Bad Saarow umzieht. Davor steigt aber am Sonnabend in Wolfsburg das erste von drei Spielen, bei denen es für Union um das große Ziel Europapokal geht.

Drei schwere Gegner vor der Brust

„Es ist ja ein Wahnsinn“, sagte Fischer, der die Spiele mit „Spaß und Freude“ angehen will. Den Hauch von Turniergefühl wollte er trotzdem nicht überbewerten, denn schließlich bekommen man im Pokalwettbewerb keine zweite Chance. In der Bundesliga hingegen glaube er nicht, „dass es nach dem nächsten Spieltag komplett entschieden ist“.
Dennoch stellt das Spiel in Wolfsburg eine große Möglichkeit dar. Weil der direkte Konkurrent, die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach, gegen den großen FC Bayern spielt, hat Union am Samstag die realistische Chance, Platz sieben zu erobern und dort sogar ein Vorsprung von bis zu drei Punkten aufzubauen.

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Damit würde man sich eine perfekte Ausgangsposition für die beiden letzten Spiele gegen Bayer Leverkusen und RB Leipzig verschaffen. Doch dafür müsste man erst einmal gegen eine Wolfsburger Mannschaft punkten, die in dieser Saison erstaunlich gut drauf ist und nun auch um ihren Champions-League-Platz kämpft. In allen drei Bundesliga-Begegnungen bisher hat Union zwar schon ein Unentschieden erkämpft, doch der Respekt vor den Niedersachsen ist nach wie vor groß.

„Grundsätzlich kann ich mich an kein schlechtes Spiel von Wolfsburg erinnern“, sagte Linksverteidiger Christopher Lenz in dieser Woche und wies besonders auf die defensive Stabilität des Gegners hin. Nach vorne seien sie auch gefährlich, etwa durch den niederländischen Stürmer Wout Weghorst, der in dieser Saison schon 20 Tore erzielt hat. „Wir werden versuchen, ihn übers Team aufzufangen“, sagte Fischer über den Niederländer, den er mit dem Dortmunder Jungstar Erling Haaland verglich.

Musa und Pohjanpalo könnten zusammen starten

Der Angriff der Unioner leidet hingegen weiterhin unter Verletzungspech. Neben Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker fällt nun auch Cedric Teuchert aus, und auch für Max Kruse dürfte es nicht für die Startelf reichen. „Sein Zustand ist nicht schlecht, aber auch nicht ganz gut“, sagte Fischer. So könnten Petar Musa und Joel Pohjanpalo, die in der zweiten Hälfte des vorigen Spiels gegen Bremen ein erfolgreiches Duo bildeten, diesmal von Anfang an spielen. Mit den zwei Stürmern habe man „auf der einen Seite Tiefe und auf der anderen Bewegung zum Ball“, sagte Fischer. „Ich kann mir gut vorstellen, dass vielleicht beide beginnen.“

So freimütig äußert sich Unions Trainer selten zu seiner möglichen Aufstellung. Aber Fischer hat zurzeit genug Gründe, um ein bisschen locker zu lassen. Einfach wird es nicht in den letzten Wochen der Ligasaison. Aber wie bei einem Pokalwettbewerb hat Union jetzt wenig zu verlieren, und viel zu gewinnen. Und Pokalwettbewerbe haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze.

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