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Edin Terzic soll in der kommenden Saison wieder Co-Trainer beim BVB werden. Foto: REUTERS/Martin Rose
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Kuriose Trainerkonstellation bei Borussia Dortmund Edin Terzic hinterlässt ein schweres Erbe für Marco Rose

Edin Terzic befriedigt beim BVB die Sehnsucht nach Klopp und holt den Pokal. Für seinen künftigen Chef könnte das problematisch werden. Ein Kommentar.

Ein bisschen lustig ist das natürlich schon: Wenn Julian Nagelsmann in anderthalb Monaten seinen Job bei den erfolgsverwöhnten Bayern antreten wird, dann tut er das mit der Empfehlung von exakt null Titeln als Trainer im Seniorenbereich. Die letzte Chance, seine Biografie in dieser Hinsicht ein wenig aufzuhübschen, hat er am Donnerstag im DFB- Pokalfinale gegen Borussia Dortmund verpasst. Ohne Titel als Trainer zu den Bayern: Das hat vor Nagelsmann zuletzt ein gewisser Jürgen Klinsmann versucht.

Noch lustiger wird es natürlich, wenn man den Fokus auf Edin Terzic richtet, der mit den Dortmundern anstelle von Nagelsmann den Pokal gewonnen hat. Titel mit dem BVB sind in der Nach-Klopp-Ära alles andere als alltäglich. Zum Dank wird Terzic, der von allen Seiten gelobt worden ist, nun wieder vom Chef- zum Assistenzcoach degradiert. Das muss man sich auch erst mal leisten können.

Am allerlustigsten ist natürlich, dass Terzic künftig einem Trainer zuarbeiten soll, der in den vergangenen Wochen mit seiner bisherigen Mannschaft eine ziemliche Bruchlandung hingelegt hat und für den die Dortmunder trotzdem fünf Millionen Euro Ablöse bezahlen müssen. Im besten Fall kommt Marco Rose im Sommer mit der Empfehlung nach Dortmund, dass er sich mit Borussia Mönchengladbach für die international drittklassige Conference League qualifiziert hat. Im schlechtesten Fall schafft er nicht mal das, weil sich der 1. FC Union im Kampf um Platz sieben als zu stark erwiesen hat.

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Jeder neue Trainer beim BVB wird zwangsläufig an Jürgen Klopp gemessen. Auch deshalb haben sich die Dortmunder früh für Rose entschieden, der ja irgendwie lässig wirkt und im Ruf steht, kloppähnlichen Fußball spielen zu lassen. Aber wird er das wirklich so gut hinkriegen wie Edin Terzic? Keiner hat die Sehnsucht nach Klopp so sehr befriedigt wie er. Terzic musste diese Rolle nicht spielen. Er hat sie gelebt. Weil er authentisch ist, emotional und sein Enthusiasmus für den BVB nichts Gekünsteltes hat.

Und anders als Klopp, der weit weg ist, wird Terzic weiterhin präsent bleiben – bei jedem Spiel, bei dem er neben Rose auf der Bank sitzen wird. Viele Jahre haben sie beim BVB vergeblich nach dem neuen Klopp gefahndet. In der kommenden Saison haben sie vielleicht sogar zwei davon. Optimisten würden wahrscheinlich von einem Luxusproblem sprechen. Nur Optimisten.

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